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Leipziger Senioren sorgen sich um ihre Sicherheit

Leipziger Senioren sorgen sich um ihre Sicherheit

Falsche Enkel, unseriöse Kaffeefahrten, brutale Handtaschenräuber: 422 mal sind Senioren im vergangenen Jahr Opfer von Straftaten geworden. Längst haben sich Kriminelle auf betagte Opfer spezialisiert, nutzen deren Wehrlosigkeit und Gutgläubigkeit skrupellos aus.

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Berüchtigt: der Enkeltrick (Symbolfoto)

Quelle: Volkmar Heinz

Mit einer gemeinsamen Informationskampagne wollen Stadt und Polizei nun die Sicherheit für Ältere erhöhen, kündigten Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal und Polizeipräsident Bernd Merbitz gestern nach Abschluss der 31. Sicherheitskonferenz an.

Viereinhalb Stunden diskutierten Experten am Vormittag in der Alten Börse über die verschiedensten Aspekte des Themas. Soziologen kamen dabei ebenso zu Wort wie Verbraucherschützer, Polizisten und Seniorenvertreter. Fakt ist: Statistisch gesehen ist die Altersgruppe ab 60 Jahre am wenigsten von Kriminalität betroffen. Deutlich häufiger trifft es etwa Kinder unter 14 Jahren (2013: 574 mal Opfer von Straftaten), Jugendliche von 14 bis 18 (455) 18- bis 21-Jährige (491) und Erwachsene von 21 bis 60 Jahren (5697).

Gleichwohl fühlt sich ein Großteil der Senioren vor allem nachts im eigenen Wohnviertel nicht sicher, erklärte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). "Sie haben Angst, Opfer von Kriminalität zu werden", so Merbitz. Wichtig sei daher, dass man die Form der Gefährdungspotenziale im hohen Alter genauer unter die Lupe nimmt, so die Fachleute. Vor allem Betrugsdelikte und Trickdiebstähle stünden dabei im Fokus. Aber auch ein weiteres schwieriges Thema gewinnt an Aktualität. "Untersuchungen mit älteren Menschen zeigen, dass auch Gewalt- und Opfererfahrungen in häuslichen Pflegebeziehungen große Bedeutung zukommt", so Kerstin Motzer, Seniorenbeauftragte der Stadt Leipzig.

Ein vorrangiges Ziel der Konferenz war es deshalb, diverse Maßnahmen der Prävention weiterzuentwickeln. "Der Enkeltrick ist schon alt, funktioniert aber trotz aller Warnungen noch immer", sagte Polizeichef Merbitz. Deshalb sollen nun Mitarbeiter von Banken und Sparkassen geschult werden, damit sie häufiger das Gespräch suchen, wenn betagte Kunden unter ungewöhnlichen Umständen sehr hohe Summen abheben wollen. "Auf diese Weise haben wir schon solche Straftaten verhindern können", so Merbitz.

Vereinbart wurde ferner, dass die zehn Seniorensicherheitsberater des Kriminalpräventiven Rates enger mit den zehn Seniorenbüros und der Mobilitätsberatung der Leipziger Verkehrsbetriebe zusammenarbeiten. Auch die Aufklärung über Verbraucherrechte soll verstärkt werden, etwa im Zusammenhang mit Kaffeefahrten und Zeitschriftenabos. Rosenthal: "Viele wissen nicht, dass man nicht schutzlos ist."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2014

Frank Döring

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