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Leipziger Serienbrandstifter müssen hinter Gitter

Prozess am Amtsgericht Leipziger Serienbrandstifter müssen hinter Gitter

Nach einer Brandserie im Leipziger Norden hat das Amtsgericht zwei Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte den derzeit inhaftierten Marcus L. (30) und Erik H. (17) vorgeworfen, zwischen Dezember 2014 und September 2015 mit wechselnder Beteiligung in sieben Fällen vorwiegend in Kleingartenanlagen, gezündelt zu haben.

Das Amtsgericht in Leipzig.

Quelle: Andreas Doering

Leipzig. Nach einer Brandserie im Leipziger Norden hat das Amtsgericht zwei Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte den derzeit inhaftierten Marcus L. (30) und Erik H. (17) vorgeworfen, zwischen Dezember 2014 und September 2015 mit wechselnder Beteiligung in sieben Fällen vorwiegend in Kleingartenanlagen, aber auch in einer ehemaligen Schule, an einer Lagerhalle, am Container eines Wohnhauses sowie in einer Garage gezündelt und damit einen Gesamtschaden in Höhe von mehr als 45 000 Euro angerichtet zu haben (die LVZ berichtete).

Im Plädoyer am Mittwoch räumte die Anklagebehörde ein, dass bei allen Brandstiftungen, die den beiden Leipzigern zur Last gelegt werden, objektive Beweismittel fehlten. Somit kam dem umfassenden Geständnis des beschuldigten Marcus L. besonders große Bedeutung bei. Der gelernte Koch, wegen Diebstahl, Körperverletzung und Leistungserschleichung vorbestraft, hatte bereits im Ermittlungsverfahren gegenüber der Polizei ausgepackt und sogar Taten eingeräumt, von denen die Beamten noch gar nichts wussten. Und er belastete auch seinen Mitangeklagten, der seine Mitwirkung an lediglich einer Brandstiftung zugab. Für ihn forderte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung, für den jüngeren Komplizen eine Jugendstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten.

„Das Geständnis meines Mandanten zeugt von Schuldeinsicht und Reue“, meinte auch Verteidigerin Nadine Lippold. Sie plädierte für Marcus L. auf eine Freiheitsstrafe von maximal einem Jahr und acht Monaten. Ob diese zur Bewährung ausgesetzt wird, stellte sie ins Ermessen des Gerichts.

Offene Worte fand der Anwalt von Erik. H., der eine Jugendstrafe von zwei Jahren forderte. Es falle ihm schwer, noch etwas Positives vorzubringen, sagte Hans-Thomas Leib. Die Beweise seien erdrückend, die Aussagen des Mitangeklagten glaubhaft. Er zeigte sich auch unzufrieden mit der Entwicklung des 17-Jährigen, der auf den Tag genau vor einem Jahr bereits eine Verurteilung kassiert hatte. Am 21. Dezember 2015 bekam Erik H. am Amtsgericht ein Jahr Jugendstrafe wegen räuberischer Erpressung, Diebstahl, versuchter Nötigung und Körperverletzung. Weil man damals eine günstige Prognose für die Entwicklung des Teenagers stellte, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Doch Erik H. weigerte sich nach Angaben der Jugendgerichtshilfe beharrlich, die Auflagen zu erfüllen, sodass die Bewährung widerrufen wurde. Zudem fielen einige der jetzt angeklagten Taten – ihm wird neben den Brandstiftungen unter anderem auch Körperverletzung vorgeworfen – in diese Bewährungszeit.

Die Vorsitzende Richterin Juliane Guha verurteilte den 17-Jährigen unter anderem wegen Brandstiftung in fünf Fällen zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren. Bei ihm seien „schädliche Neigungen“ festzustellen. Sein Mitangeklagter Marcus L. muss wegen vierfacher Brandstiftung für zwei Jahre hinter Gitter. Einige geringfügige Verfahren wurden eingestellt.

Von Frank Döring

Leipzig 51.3396955 12.3730747
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