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Leipziger Staatsanwältin klagt an: Opfer gefesselt und ausgeraubt

Leipziger Staatsanwältin klagt an: Opfer gefesselt und ausgeraubt

Geschlagen, gefesselt und ausgeraubt: Ausgesprochen brutal soll ein jugendliches Trio in Leipzig gegen Gleichaltrige vorgegangen sein. Die Vorwürfe wiegen schwer: Es geht um erpresserischen Menschenraub, gefährliche Körperverletzung und schweren Raub.

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Hefter als Sichtschutz: Das angeklagte Trio - hier mit seinen Verteidigern Malte Heise, Matthias Luderer und Rainer Wittner (von links).

Quelle: André Kempner

Leipzig. Am Mittwoch begann der Prozess um fünf Übergriffe vor dem Landgericht. Er läuft voraussichtlich bis Mitte Juli.

Alle drei Angeklagten tragen Hemden in Weiß. Die Farbe steht für Unschuld, Bescheidenheit, Wahrheit. Doch wie ernst nehmen sie es mit der Wahrheit? Till B. (19, Schüler) macht einen ausgesprochen zurückhaltenden Eindruck, spricht ganz leise. Gabriel E. (19, Praktikant) würde das Reden am liebsten ganz und gar seinem Verteidiger überlassen, antwortet dann aber doch brav auf alle Fragen. Während der Erklärungen beider Beschuldigter schüttelt Samer M. (20, Schüler) allerdings immer wieder den Kopf. Er sieht vieles ganz anders.

Laut Staatsanwältin Jana Kalex beging das Trio von Mai bis Oktober 2013 fünf Übergriffe in wechselnder Besetzung. Daran sollen Samer M. immer, Till B. ein- und Gabriel E. zweimal beteiligt gewesen sein. Beute: Geld, Mobiltelefone und diverse elektronische Geräte. Gravierend ein bewaffneter Überfall am 1. Juni vorigen Jahres in Connewitz: Der Anklage zufolge tauchte das Trio gegen 20.45 Uhr mit einem bislang Unbekannten in einer Wohnung in der Dölitzer Straße auf. "Ein Geschädigter wurde per Kabelbinder an die Heizung in der Küche, ein anderer an die Heizung im Bad gefesselt", so die Staatsanwältin. Die drei Bewohner seien mit Quarz-Handschuhen geschlagen, mit einer Schreckschusspistole bedroht und eingeschüchtert worden. Mit Geld, Laptop, MP-3-Player und weiteren Dingen seien die Täter verschwunden. Angeblich wollte der vor Gericht nun so zurückhaltend wirkende Till B. dort lediglich 80 Euro Schulden einfordern. Die Mitangeklagten habe er "nur zufällig getroffen" und mitgenommen, "um eine Drohkulisse aufzubauen". Till B.: "Doch es lief komplett aus dem Ruder. Ich stand die ganze Zeit aber nur im Flur, habe nichts gemacht." Auch Gabriel E. bedauert, "was insgesamt geschehen ist". Er selbst habe aber weder geschlagen noch etwas weggenommen. "Ich fand extrem, dass eine Schreckschusspistole gezogen wurde", meint er. Der Aggressor nach Darstellung beider: Samer M. Der keilt jedoch zurück: Keineswegs zufällig habe man sich getroffen, sondern sei gezielt mit einem Auto zur besagten Wohnung gefahren. Zudem habe Gabriel E. den Betroffenen sehr wohl die Fesseln angelegt, mit Quarz-Handschuhen zugeschlagen und auch die Wohnung nach stehlenswerten Dingen durchsucht.

Gleichfalls so gewalttätig verlief laut Staatsanwältin ein Übergriff am 5. Juni in einer Wohnung in der Körnerstraße. Bei weiteren Delikten soll Samer M. allein oder mit Unbekannten die Opfer mit einer Schreckschusspistole bedroht, ihnen die Waffe auf den Kopf geschlagen, sie um Geld erpresst haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2014

Sabine Kreuz

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