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Leipziger Volkshaus entgeht einer Katastrophe – Anwohner filmt Feuer per Handy

Leipziger Volkshaus entgeht einer Katastrophe – Anwohner filmt Feuer per Handy

Leipzig. Der Dachbrand im Volkshaus ist noch einmal glimpflich ausgegangen. Es hätte weit schlimmer kommen können, wenn die Rakete während der dort sonst üblichen Party zum Jahreswechsel eingeschlagen wäre.

Doch die Branddirektion hatte die Silvesterparty dieses Jahr erstmals abgesagt – aus Sicherheitsgründen. Ein Anwohner hielt das Feuer, das am Neujahrsabend wahrscheinlich durch eine Rakete ausbrach, mit seinem Handy im Video fest.

„Die Kugel einer Feuerwerksrakete, die mehrere hundert Grad heiß ist, muss direkt in einen Zwischenraum des Dachfirstes gefallen sein und dabei das trockene Dachgestühl entzündet haben", berichtete Hausmeister Wolfgang Münzer am Donnerstag. Die Feuerwehren – die am Neujahrstag gegen 19 Uhr mit rund 30 Einsatzkräften der Wachen Mitte und Süd sowie der Freiwilligen Feuerwehr Süd anrückten – legten daraufhin einen fünf bis sechs Quadratmeter großen Bereich am Dachfirst frei und löschten ringsum. „Die Dachbalken sind dort völlig verkohlt und Dachlatten verbrannt. Die Feuerwehrmänner sind später noch mit Wärmebildkameras durch das Dachgeschoss gegangen und mussten mehrmals nachlöschen. Der Dachstuhl wird in diesem Bereich wahrscheinlich komplett erneuert werden müssen." Zuletzt war das Dach 1998 vollständig saniert worden.

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Bei einem Feuer im Volkshaus ist Mittwochabend ein Schaden in noch unbekannter Höhe entstanden. Um 18.58 Uhr ging die Meldung bei der Feuerwehr ein. Der Brand war nach Angaben der Feuerwehrleitstelle im Dachbereich des Hauses ausgebrochen, "vermutlich durch Einwirkung von außen", wie es zunächst hieß. Mögliche Ursache ist ein verirrter Feuerwerkskörper.

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Als Glücksfall erwies sich, dass der Hauseigentümer (eine in Berlin ansässige Gesellschaft der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi) und der Hausverwalter (eine in Frankfurt am Main ansässige Gesellschaft für Gebäude-Management) im vergangenen Jahr für das Volkshaus ein Brandschutzgutachten anfertigen ließen. Aus diesem ging hervor, dass es im Volkshaus nicht genug Rettungswege gibt, um bei einem Brand die Sicherheit der Partygäste zu gewährleisten, die auf der Dachterrasse Silvester feiern. „Deshalb gab es in diesem Jahr erstmals keine Genehmigung für die Feier und die Party musste dort oben ausfallen", berichtete Münzer. Nicht auszudenken was geschehen wäre, wenn die Partygäste bei dem Brand das Dachgeschoss nicht hätten verlassen können.

Video zeigt in Flammen stehenden Dachstuhl

Ein Anwohner aus dem gegenüberliegenden Wohnblock filmte das Feuer am Neujahrsabend mit seinem Handy. Auf den Aufnahmen ist gut zu erkennen, wie zunächst kleinere Flammen aus dem Dach schlagen. Innerhalb weniger Minuten breitet sich der Brand aus, während auf der Karl-Liebknecht-Straße die Feuerwehr mit mehreren Löschfahrzeugen anrückt. Kurz darauf ist der Lichtschein am Himmel verschwunden – die Einsatzkräfte haben den Brand unter Kontrolle gebracht.

Die schnelle Alarmierung der Einsatzkräfte verhinderte möglicherweise schwerere Schäden. „Das hätte durchaus schlimmer ausgehen können“, sagte Sprecher Joachim Petrasch gegenüber LVZ-Online. Um 18.57 Uhr waren die Einsatzkräfte von Passanten über das Feuer informiert worden. Schon vier Minuten später waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort und rückten mit schwerem Atemschutz zum Brandherd vor. „Um 19.47 Uhr war das Feuer am Dachstuhl und der Fassade gelöscht“, so Petrasch.

Im obersten Bürogeschoss des Volkshauses war noch am Donnerstag der Geruch des beißenden Rauches zu spüren und auch die Auslegware strotzte vor Nässe. „Als ich hier Mittwochabend ankam, lief das Löschwasser durch die Deckenbeleuchtung in den Flur des Büros", schilderte Münzer, der eiligst Handwerker engagierte, um die Schäden notdürftig zu beheben.

Andreas Tappert / Robert Nößler

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