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Leipziger fährt seine große Liebe tot – Geldstrafe für 19-Jährigen

Prozess am Amtsgericht Leipziger fährt seine große Liebe tot – Geldstrafe für 19-Jährigen

„Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und nichts ist mehr wie es war“. Mit diesen Worten umschrieb Amtsrichterin Claudia Eppelt-Knochenstiern jenes Unfalldrama, bei dem Ende 2014 die 17-jährige Marie L. ihr Leben verlor. Gestern wurde der Fahrer des Unfallautos, Maries Freund Lukas B. (19), wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Das Amtsgericht hat einen 19-jährigen nach einem tödlichen Unfall in Leipzig zu einer Geldstrafe verurteilt.

Quelle: LVZ

Leipzig. „Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und nichts ist mehr, wie es war“. Mit diesen Worten umschrieb Amtsrichterin Claudia Eppelt-Knochenstiern jenes Unfalldrama, bei dem Ende 2014 die
17-jährige Marie L. ihr Leben verlor. Gestern wurde der Fahrer des Unfallautos, Maries Freund Lukas B. (19), wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Es war am 14. Dezember 2014 gegen 13.40 Uhr, als der damalige Azubi mit seinem Toyota Yaris die Schönauer Straße befuhr. Neben ihm auf dem Beifahrersitz: seine Freundin Marie. Lukas B. hatte den Führerschein seit Februar, war allerdings bis dahin fast nur in Begleitung gefahren. Allerdings kannte er die Strecke an der Schönauer Straße gut. Doch in einer langgezogenen Rechtskurve verlor er auf der nassen Fahrbahn die Kontrolle über seinen Wagen, den er im Oktober zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Der Toyota schleuderte auf die Gegenfahrbahn auf einen entgegenkommenden Omnibus zu. Obwohl Busfahrerin Ines M. (45) geistesgegenwärtig abbremste und beim Aufprall nur noch etwa 20 Stundenkilometer fuhr, war es eine verheerende Kollision. Der Toyota krachte mit der Beifahrerseite frontal in den tonnenschweren Bus, Marie starb noch an der Unfallstelle.

Lukas B. überlebte schwer verletzt und leidet nach Angaben seines Verteidigers Curt-Matthias Engel psychisch unter den Folgen. „Er bedauert das zutiefst. Bei ihm und seiner Familie findet noch immer die Trauerbewältigung statt.“ Durch die gesundheitlichen Auswirkungen des Unfalls habe er seine Ausbildungsstelle verloren. Zudem werde derzeit untersucht, ob er an Epilepsie leidet. Eine mögliche Erkrankung spielte im Prozess keine Rolle. Nach Erkenntnissen eines Dekra-Gutachters muss der Angeklagte mindestens Tempo 60 gefahren sein. „Für einen Unfall kommen nur unangepasste Geschwindigkeit oder ein Fahrfehler in Betracht“, so der Experte. Das Auto sei ohne Mängel gewesen. Auch eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder Drogen soll nicht vorgelegen haben. Der Gutachter fand allerdings heraus, dass Marie nicht angeschnallt war. Jedoch hätte sie aus seiner Sicht auch ein Sicherheitsgurt nicht vor den lebensbedrohlichen Verletzungen bewahrt.

Strittig im gestrigen Prozess war vor allem die Frage, ob der Angeklagte noch nach Jugendstrafrecht zu verurteilen ist. Seinen 18. Geburtstag hatte Lukas B. rund zwei Monate vor dem Unfall. In dem Fall müssten bei ihm Reifedefizite zu erkennen sein oder müsste die Tat jugendtypische Züge aufweisen. Im Gegensatz zu Verteidigung und Jugendgerichtshilfe plädierten Staatsanwaltschaft und Nebenklage für Erwachsenenstrafrecht. Richterin Eppelt-Knochenstiern verurteilte Lukas B. zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à zehn Euro.

Von Frank Döring

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