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Leipziger gesteht Mord an fünffacher Mutter

Prozess am Landgericht Leipziger gesteht Mord an fünffacher Mutter

Es war ein Geständnis ohne Wenn und Aber: „Ich habe meine Frau getötet“, so der Angeklagte Marian L. (34) am Freitag am dritten Prozesstag um den brutalen Mord an der fünffachen Mutter Nicole K. (25) in Eutritzsch.

Am Landgericht gestand am Freitag ein Leipziger den Mord an seiner Lebensgefährtin.

Quelle: LVZ

Leipzig. Es war ein Geständnis ohne Wenn und Aber: „Ich habe meine Frau getötet“, so der Angeklagte Marian L. (34) am Freitag am dritten Prozesstag um den brutalen Mord an der fünffachen Mutter Nicole K. (25) in Eutritzsch. „Ich habe das nie gewollt und werde meine gerechte Strafe bekommen.“ In der erschütternden Erklärung, die der Beschuldigte durch seinen Verteidiger Malte Heise vorlesen ließ, offenbart sich die ganze Tragik und der ganze Wahnsinn einer Dreiecksbeziehung, die beinahe zwangsläufig auf eine Katastrophe zusteuerte.

Das Paar war seit 2010 zusammen, hatte zwei gemeinsame Kinder. 2013 wurde die Tochter geboren, 2015 der Sohn. Er hat aus einer früheren Liaison eine Tochter, sie brachte drei Kinder von anderen Männern in die Beziehung mit. „Alle nannten mich Papa“, so der Angeklagte. 2012 zog die Patchworkfamilie in eine gemeinsame Wohnung in der Wittenberger Straße. Doch dann, Ende Juli 2015, die Trennung. Kurz darauf überraschte Marian L. seine Lebensgefährtin mit deren neuem Freund Robert K. (27) nackt im Garten. Marian L. rastete aus, bekam vom Amtsgericht ein Kontaktverbot auferlegt. Doch er hielt sich nicht daran, aktenkundig sind über zehn Anzeigen der Frau gegen den Ex wegen Stalking und Sachbeschädigung.

Andererseits muss Nicole K. damals recht unentschlossen gewesen sein. Noch in der Nacht zum 21. August soll Robert K. bei ihr übernachtet haben, am selben Tag startete sie mit Marian L. und den Kindern zu einem dreitägigen Familientrip nach Tschechien. So wie es der Angeklagte gestern schilderte, waren es Tage voller Leidenschaft und des Pläneschmiedens. Am 22. August machte er ihr einen Heiratsantrag und steckte ihr einen Verlobungsring an die Hand.

Doch schon bald nach der Rückkehr habe es wieder Streit gegeben, heißt es in dem Geständnis. Als er in ihrer Wohnung eine Tasche mit Sachen des Nebenbuhlers entdeckte, verlangte er wütend Klarheit und wollte das Handy von Nicole K. sehen. „Ich regte mich auf, sie beschimpfte mich“, so Marian L. Es war der 25. August 2015 zwischen 9 und 9.45 Uhr, als das Paar deshalb heftig aneinandergeriet. Der Angeklagte räumte ein, seine Verlobte gewürgt zu haben, bis sie nach Luft schnappte. Dann habe er ein Messer aus der Küche geholt, um sie zu zwingen, ihm ihr Handy zu zeigen. Nach Erkenntnissen der Kripo soll sie von ihrem neuen Freund Robert K. extra ein Smartphone bekommen haben. Doch Nicole K. gab es nicht heraus. „Da ist nichts“, rief sie nach Aussage des Angeklagten, „ich liebe dich“.

Es waren ihre letzten Worte. Mit elf Messerstichen soll Marian L. die Mutter seiner Kinder ermordet haben. Dann ging er in den Arthur-Bretschneider-Park, um das Messer loszuwerden, und wählte den Notruf. „Ich habe keine Erinnerung, wie ich zugestochen habe, ich weiß nicht warum“, heißt es in seinem Geständnis. „Es war im Affekt, ich hatte einen Blackout.“ Rettungskräfte fanden die sterbende Nicole K. im Flur auf dem Bauch liegend. Ihr Mörder hat den Verlobungsring bis heute nicht abgelegt. „Sie wird immer meine Traumfrau bleiben“, erklärte er vor Gericht.

Der Prozess läuft bis Mitte April.

Von Frank Döring

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