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Leipziger wegen Mord im Grünauer Fahrstuhlschacht angeklagt

Brutale Übergriffe Leipziger wegen Mord im Grünauer Fahrstuhlschacht angeklagt

Mordvorwurf: Ein Leipziger soll einen Bekannten in einen Fahrstuhlschacht gestoßen und einen weiteren Kumpel auf Bahnschienen gelegt haben. Beide Opfer waren betäubt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Einsatz nach dem tötlichen Sturz in den Fahrstuhlschacht (rechts).

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Vorwürfe lesen sich wie aus einem brutalen Gruselthriller, stammen aber aus dem realen Leben in Leipzig. Erst soll ein heute 29 Jahre alter Mann vor rund drei Jahren seinen mit Betäubungsmitteln ruhig gestellten Bekannten auf die Bahnschienen zwischen Rückmarsdorf und Markranstädt gelegt haben. Keine Woche später habe er einen weiteren Mann in den Fahrstuhlschacht eines Plattenbaus im Stadtteil Grünau gestoßen. Der Grund: Der mutmaßliche Täter hatte Angst von seinen Opfern wegen Gaunereien im Internet angezeigt zu werden. Außerdem soll er noch acht Feuer gelegt haben.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage wegen Mordes, versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung erhoben. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Der 29-Jährige ist einschlägig vorbestraft und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Betrügereien im Internet. Um nicht erkannt zu werden, benutzte er dafür auch persönliche Daten seines Bekannten. Als der Schwindel aufzufliegen drohte, fasste der Leipziger seinen grausamen Plan.

Opfer Nummer eins war 20 Jahre alt, als ihm sein Peiniger am 10. September 2013 ein mit starken Beruhigungsmitteln versetztes Getränk anbot. Der Bekannte griff zu, trank aus und wurde schließlich bewusstlos. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe der jetzt Anklagte die Situation ausgenutzt und seinen Kumpel schließlich auf die Bahngleise bei Rückmarsdorf gelegt. Dort erfasste ihn am nächsten Morgen gegen 2 Uhr ein Zug. Mit Glück überlebte der junge Mann den Zusammenprall schwer verletzt.

Keine Woche später setzte der Leipziger am 16. September laut Anklage seinen nächsten Mordplan um. Dieses Mal hatte er es auf einen 22 Jahre alten Bekannten abgesehen. Die Masche war erneut die Gleiche. In ein Getränk mischte er Medikamente und stellte damit auch dieses Opfer ruhig. Dann schleppte er es in die 14. Etage eines Hochhauses in der Stuttgarter Allee. Dort öffnete der brutale Verbrecher mit Gewalt die Fahrstuhltür und stieß sein Opfer in den Schacht. Die Kabine befand sich zu diesem Zeitpunkt im Erdgeschoss. Der 22- Jährige hatte keine Chance und verstarb kurz darauf.

Gefunden wurde die Leiche vom Hausmeister zusammen mit einem Aufzugsmonteur. Sie wollten den vermeintlich defekten Lift reparieren. Dabei entdeckten sie die eingeklemmte Leiche auf der Kabine. Die Ermittler gaben sich monatelang zu diesem Fall zugeknöpft und verwiesen stets auf die laufenden Ermittlungen. Auch heute nennen sie nicht alle Details aus der Anklageschrift. „Weitere Einzelheiten bleiben der Hauptverhandlung vorbehalten“, heißt es. Deshalb bleibt zunächst unklar, wie die Kriminalisten dem 29-Jährigen auf die Spur gekommen sind. Klar ist aber, dass er am 3. Dezember des vergangenen Jahres in Berlin festgenommen wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt.

Angeklagt ist der Leipziger auch wegen acht Brandstiftungen, sieben davon in einem Hochhaus in Grünau. Einen Teil dieser Taten habe er bereits eingeräumt. Die beiden Gewalttaten gegen seine Bekannten bestreitet er dagegen.

Stuttgarter Allee 30, Leipzig 51.3178 12.29111
Stuttgarter Allee 30, Leipzig
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