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Leipzigerin nach Überfall: „Meine rechte Hand ist zertrümmert“

Prozess am Landgericht Leipzigerin nach Überfall: „Meine rechte Hand ist zertrümmert“

Christine H. (68) wurde voriges Jahr am helllichten Tag auf dem Heimweg vom Einkaufen von einem ihr völlig unbekannten Mann angegriffen. Sie verletzte sich dabei so schwer, dass sie ihre rechte Hand nicht mehr nutzen kann und womöglich den Rest ihres Lebens unter schrecklichen Schmerzen leiden muss.

Das Landgericht entscheidet, ob der Täter dauerhaft in die Psychiatrie muss.
 

Quelle: Andreas Döring

Leipzig.  Es war ein tragischer Zufall, der ihr ganzes Leben veränderte: Christine H. (68) wurde voriges Jahr am helllichten Tag auf dem Heimweg vom Einkaufen von einem ihr völlig unbekannten Mann angegriffen. Sie verletzte sich dabei so schwer, dass sie ihre rechte Hand nicht mehr nutzen kann und womöglich den Rest ihres Lebens unter schrecklichen Schmerzen leiden muss. Am Montagmorgen traf Christine H. den Fremden am Landgericht wieder.

Alexander K. (35) wird schwere Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Es war am 21. Oktober 2015 gegen 12 Uhr, als Christine H. mit ihrem Mann, der aufgrund einer halbseitigen Lähmung im Rollstuhl sitzt, in der Demmeringstraße unterwegs war. Sie habe ihrem Mann, der etwas weggefahren war, zugerufen, doch wieder auf ihre Straßenseite zu kommen, so die Seniorin. Plötzlich schrie sie ein Fremder an. „Du blöde Kuh, lass’ den Behinderten in Ruhe“, soll Alexander K. gerufen haben. Dann stieß er sie kräftig mit beiden Händen, schilderte Staatsanwältin Susann Lenz zu Prozessbeginn.

Durch die massive Attacke stürzte die Frau und versuchte noch, sich mit den Händen abzustützen. Der Angriff hatte fatale Folgen: Die Lindenauerin erlitt eine offene Radiusfraktur des rechten Handgelenks. Sie musste sich einer Operation unterziehen und später erneut für zwei Wochen zu einer Schmerztherapie ins Krankenhaus. Seither ist sie in ihrer Arbeitsfähigkeit zu 100 Prozent eingeschränkt. „Meine rechte Hand ist zertrümmert, die Weichteile sind kaputt“, berichtete Christine H, die Rechtshänderin ist. „Ich kann nur noch die linke Hand nehmen, habe trotz Morphium Tag und Nacht Schmerzen.“ Eine Pflegestufe sei abgelehnt worden, der Antrag auf einen Behinderungsgrad läuft noch. Weil sie sich nun nicht mehr um ihren behinderten Ehemann kümmern kann, müssten Familie und Freunde jeden Tag aushelfen.

Alexander K., den Zeugen nach der Tat gefasst hatten, entschuldigte sich gestern bei seinem Opfer. „Ich war an dem Tag so unter psychischem Stress“, sagte er unter Tränen. „Ich habe so viele schlimme Sachen erlebt, wie mit Behinderten umgegangen wird, dass ich die Situation völlig falsch eingeschätzt habe.“

Eine Verurteilung kommt in seinem Fall allerdings nicht in Frage. Laut Staatsanwaltschaft leidet der Beschuldigte an paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie. Diese Erkrankung geht mit Wahnvorstellungen wie Verfolgungswahn und dem Hören von Stimmen einher. Aus diesem Grund gilt Alexander K. als schuldunfähig. In der Verhandlung vor der 6. Strafkammer des Landgerichts geht es in einem Sicherungsverfahren um eine Einweisung des Täters in den Maßregelvollzug, in eine psychiatrische Klinik. Schon jetzt ist Alexander K. in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Staatsanwältin Lenz: „Aufgrund seines Zustands sind von ihm weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten, so dass er für die Allgemeinheit gefährlich ist.“

Von Frank Döring

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