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Leipzigs Ermittler haben Tausende offene Fälle

Zahlen aus Justizministerium Leipzigs Ermittler haben Tausende offene Fälle

Die Ermittlungsbehörden in Leipzig haben weiterhin mit einer überdurchschnittlichen Belastung zu kämpfen. So stieg die Zahl der offenen, in Bearbeitung befindlichen Fälle bei der Polizeidirektion Leipzig binnen eines Jahres um 1173.

Besonders die Leipziger Polizei ist überdurchschnittlich stark belastet.
 

Quelle: Fotolia

Leipzig.  Die Ermittlungsbehörden in Leipzig haben weiterhin mit einer überdurchschnittlichen Belastung zu kämpfen. So stieg die Zahl der offenen, in Bearbeitung befindlichen Fälle bei der Polizeidirektion Leipzig binnen eines Jahres um 1173. Dies geht aus einer Antwort des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow (CDU) auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Enrico Stange (Linke) hervor. Blieben im September 2015 noch 25 013 Fälle unerledigt, waren es zwölf Monate später bereits 26 186.

Der Anstieg ist gewaltig, liegt aber im Trend des Freistaats. Insgesamt gab es im September 2016 bei allen fünf sächsischen Polizeidirektionen und weiteren Dienststellen 72 859 offene Vorgänge, 4457 mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings fiel etwa in Dresden (plus 122) der Anstieg moderater aus. In der Polizeidirektion Chemnitz stieg die Zahl der offenen Fälle hingegen um 842 an. Auch in Zwickau ging es merklich nach oben – von 6206 auf nunmehr 7044 unerledigte Verfahren.

Die hohe Zahl offener Vorgänge, die noch nicht an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden, hatte sich, wie berichtet, bereits in der jüngsten Kriminalstatistik niedergeschlagen: So war die Zahl der Straftaten in der Stadt Leipzig im Jahr 2015 um 5621 auf 73 614 Fälle zurückgegangen. Dies jedoch vor allem nur deshalb, weil die zahlreichen unerledigten Vorgänge noch gar nicht in der Kriminalitäts­statistik erfasst wurden.

Auch an der Staatsanwaltschaft Leipzig geht diese Entwicklung nicht vorbei. So waren bei der Behörde im September 2015 nach Angaben des Justizministeriums insgesamt 21 382 Verfahren – exakt 11 105 Verfahren gegen bekannte Tatverdächtige sowie 10 277 Verfahren gegen Unbekannt – in Bearbeitung. Ein Jahr darauf waren es bereits 26 520 Verfahren – 11 882 Verfahren gegen bekannte und 14 638 gegen unbekannte Tatverdächtige. Bei der überwiegenden Zahl der noch in Bearbeitung befindlichen Fälle handelt es um sogenannte Offizialdelikte – Straftaten, welche die Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgen muss. Dies betrifft alle Verbrechen wie beispielsweise Mord, Totschlag und Raub sowie die meisten Vergehen.

Zum Vergleich: Bei der Staatsanwaltschaft Dresden waren im September 2015 insgesamt 24 833 Verfahren noch in Bearbeitung, 2016 waren es bereits 28 391.

Und die ohnehin schon enorme Arbeitsbelastung wird noch größer. Ende September hatte das Justizministerium auf LVZ-Anfrage mitgeteilt, dass in den vergangenen Monaten ein erheblicher Anstieg an Straftaten in Sachsen, aber auch insbesondere in Leipzig zu verzeichnen gewesen sei. Gemkow schickte deshalb weitere Staatsanwälte in die Messestadt.

Von Frank Döring

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