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Leipzigs Polizei im Einsatz: Falsche Handschellen, echte Windeln

Kuriose Meldungen 2017 Leipzigs Polizei im Einsatz: Falsche Handschellen, echte Windeln

Ungewöhnlich, kurios, bisweilen regelrecht skurril: Leipzigs Polizei hatte auch 2017 wieder einige eher merkwürdige Einsätze zu absolvieren. Hier eine kleine Auswahl.

Auch dieses Jahr hatte die Leipziger Polizei wieder eine Reihe ungewöhnlicher Einsätze zu bestehen.

Quelle: dpa

Leipzig. Spielzeughandschellen? Wer so etwas auf offener Straße an seinem Gürtel trägt, will nicht zwangsläufig zum Wave Gotik Treffen. Mancher will einfach nur zur Polizei. Jedenfalls behauptete dies im März ein 17-jähriger Kochlehrling, den Beamte des Verkehrsüberwachungsdienstes am Deutschen Platz entdeckten. Der Teenager trug schwarze Wollmütze, schwarze Jacke und gelbe Weste, jeweils versehen mit Aufschrift „POLIZEI“ und Freistaat-Wappen – und eben Handfesseln.

Der ganze Aufzug wirkte auf Passanten echt und auf die echten Beamten herausfordernd. Bei der Kontrolle fanden sie in seinem Rucksack noch zwei Pylonen und weiß-rotes Absperrband. „Ich möchte doch viel lieber bei der Polizei arbeiten“, so der angehende Koch. Ob daraus inzwischen was geworden ist? Unwahrscheinlich. Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen könnte ein Hinderungsgrund bei einer Bewerbung sein.

Fahranfänger zerlegt Lieferwagen

Apropos Berufsanfänger: Einen denkbar schlechten Einstand legte der Fahrer eines Lieferdienstes im Januar in der Tarostraße hin. An seinem ersten Arbeitstag prallte er innerhalb von 50 Metern gegen zwei geparkte Autos. Und dann ließ er auch noch seinen Lieferwagen offen stehen und rannte weg, als er merkte, dass er mit seinen Fahrkünsten bei der winterlichen Witterung im wahrsten Sinne des Wortes an Grenzen stößt. Drei zerstörte Fahrzeuge und kalte Essenlieferungen obendrein – der Chef des Fahrers war nach Angaben der Polizei jedenfalls stinksauer.

Polizisten als Kinderbetreuer

Ein voller Erfolg war hingegen ein Polizeieinsatz Anfang des Jahres im Engelsdorfer Jahnweg. Dort musste eine 35-Jährige frühmorgens gegen 5.15 Uhr dringend mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus – eine Entbindung stand an. Allerdings standen die anderen beiden kleinen Kinder (zwei und fünf Jahre) der Frau ganz allein da, weil die alarmierten Großeltern erst aus Thüringen anreisen mussten. Also sprangen Streifenpolizisten in die Bresche. Eine glückliche Fügung war, dass einer der beiden Beamten selbst gerade Vater geworden war und sich mithin aufs Windeln verstand. Dem größeren Kind halfen die Kindergarten-Cops beim Anziehen und Zähneputzen. Bis Oma und Opa kamen, wurde noch ausgiebig gespielt – Auftrag erfüllt.

Trick von Ladendiebinnen misslingt

Mit fast schon kindlichem Staunen begegnete man Anfang Dezember in einem Kaufhaus im Leipziger Zentrum der scheinbaren Magie eines Fahrstuhls. Drei junge Frauen hatten diverse Kleidungsstücke in Packtaschen verstaut und sich damit zum Fahrstuhl begeben. „Nachdem der Aufzug dann mehrfach mit ihnen hoch und runter gefahren war und sie wieder in die Verkaufsräume entließ, offenbarte sich ein kleines Wunder“, schilderte Polizeisprecher Andreas Loepki. „Das Meisterwerk der Technik hatte nicht nur der Schwerkraft ein Schnippchen geschlagen, sondern sogar die Last der Packtaschen komplett in Luft aufgelöst.“ Doch die Auflösung der wundersamen Geschichte folgte auf dem Fuße: „Die Magie entpuppte sich als simpler Taschenspielertrick dreier Ladendiebinnen.“

Auspeitschen abgelehnt

Kein Jahresrückblick an dieser Stelle kommt aus ohne nicht wenigstens einen Zwischenfall aus dem weiten Feld des Gunstgewerblerinnenwesens. Unvergessen, wie vor Jahren ein Freier im Eros-Center für 50 Euro ausgepeitscht werden wollte. Doch Thailänderin Lucky rührte damals keinen Finger, verwies auf die gültigen Haustarife und ließ sich zu keiner aufpreispflichtigen Gewalthandlung überreden. Zunächst ein Fall für die Polizei, welche das Ganze schnell als Missverständnis klassifizierte und als Zivilrechtssache zu den Akten legte.

Ganz so einfach war es im August in der Schönauer Plautstraße nicht. Hier ließ sich ein 32-Jähriger zu ausgiebigen Sachbeschädigungen hinreißen, nachdem die Begegnung mit einer Prostituierten ausgesprochen unerfreulich verlaufen war. Passiert war Folgendes: Vor dem vereinbarten Service sollte er unter die Dusche, was die Dame des Etablissements nutzte, um ihm eine dreistellige Summe Bargeld abzunehmen und abzuhauen.

Freier zerstört Scheiben des Bordells

Gereinigt, mittellos und unbedient verlangte der Freier nach der Polizei, doch aufgrund von Sprachbarrieren konnte er den Beamten die Lage des Tatorts nicht mitteilen. Daraufhin zerstörte er sechs Scheiben des Wohnungsbordells – weniger aus Rache, sondern um die Polizei dorthin zu lotsen. Klappte prima: Gegen den Steinewerfer wurde wegen Sachbeschädigung ermittelt, gegen die Frau wegen Diebstahls.

Von Frank Döring

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