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Linksextreme bekennen sich zu Auto-Brandanschlägen in Leipzig

Staatsschutz ermittelt Linksextreme bekennen sich zu Auto-Brandanschlägen in Leipzig

Nach den Brandanschlägen auf Fahrzeuge der Immobilienfirma CG in Leipzig bekennen sich Linksextremisten im Internet zu der Tat. Der Staatsschutz der Polizei hat inzwischen die Ermittlungen übernommen.

Auch in Berlin gingen Autos in Flammen auf. Die linke Szene solidarisiert sich mit den Besetzern der Rigaer Straße 94, wo am Mittwoch ein Polizeieinsatz stattfand.

Quelle: dpa

Leipzig. Sie nennen sich „Merbitz“ und solidarisieren sich mit den Bewohnern eines alternativen Zentrums in Berlin: Linksextremisten haben sich im Internet zu den Brandanschlägen auf sieben Autos in Leipzig bekannt. Insgesamt sechs Fahrzeuge des Berliner Immobilienentwicklers CG waren in der Nacht zum Mittwoch in Flammen aufgegangen, ein weiteres beschädigt worden. Inzwischen hat die Leipziger Kriminalpolizei den Fall an den Staatsschutz übergeben. „Ein politischer Hintergrund liegt nahe“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Freitag auf Anfrage von LVZ.de.

Am Morgen um 4.06 Uhr wurde auf dem Internetportal linksunten.indymedia.org ein anonymes Posting veröffentlicht. „Aus Solidarität mit Berlin und als Zeichen gegen die ständige Aufwertung der Städte haben wir in der Nacht vom‭ ‬22.06‭ ‬sieben Fahrzeuge der CG-Group in‭ ‬Brandt gesteckt“, heißt es darin unter anderem. Besonders provokant: Die Verfasser haben sich den Nachnamen von Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz gegeben. Das Schreiben werde derzeit ausgewertet, so Voigt.

Polizei rüstet sich für weitere Taten

Die Verfasser berufen sich explizit auf ihre Solidarität mit den Bewohnern des linken Zentrums in der Rigaer Straße 94 in Berlin. „Stand behind you Rigaer94‭!“, heißt es gleich zu Beginn. In dem Gebäude in Friedrichshain hatte es, wie berichtet, am Mittwoch einen größeren Polizeieinsatz gegeben. Auch in Berlin und in Dresden brannten daraufhin in der Nacht Autos. „Wir stehen mit den dortigen Dienststellen in engem Austausch“, erklärte der Leipziger Polizeisprecher. Ein Zusammenhang konnte bislang zwar noch nicht bestätigt werden, wird aufgrund der zeitlichen Nähe aber vermutet.

Polizisten vor dem besetzten Haus in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain

Polizisten vor dem besetzten Haus in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain.

Quelle: dpa

Die Polizei spricht von sogenannten Resonanzstraftaten. „Wir kennen das schon seit vielen Jahren aus Leipzig. Wenn bundesweit etwas gegen die linke Szene stattfindet, dann kann es in der Stadt Reaktionen geben“, erklärte Voigt. Die Polizei ist deshalb auch für Folgetaten in den nächsten Tagen gerüstet. „Wir beobachten die Lage genau“, so der Sprecher. Zu genauen Maßnahmen äußerte er sich nicht.

Überwachungsvideos werden ausgewertet

Insgesamt acht Wagen waren in der Nacht zum Donnerstag in Eutritzsch Connewitz und Reudnitz zerstört und drei weitere beschädigt worden. In der Haferkornstraße, dem Leipziger Sitz der CG-Gruppe, überstiegen die Täter die Zäune und setzten fünf Fahrzeuge in Brand, ein weiteres in der Kregelstraße.

Von der Tat auf dem Firmengelände in Eutritzsch soll es auch Videomaterial einer Überwachungskamera geben. Inwiefern diese verwertbar sind, konnte der Polizeisprecher nicht sagen. Laut Behördenangaben entstand insgesamt ein Schaden im sechsstelligen Bereich. Auch in der Selneckerstraße und in der Brandstraße in Connewitz waren in der Nacht Fahrzeuge in Flammen aufgegangen. Ob diese ebenfalls auf das Konto der Linksextremisten gehen, blieb zunächst unklar.

Von Robert Nößler

Leipzig Haferkornstraße 51.3601665 12.3843015
Leipzig Haferkornstraße
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