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Lisa P. - Entführer der Elfjährigen rechtskräftig verurteilt

Lisa P. - Entführer der Elfjährigen rechtskräftig verurteilt

Lisa P. - der Fall berührte und erschütterte in ganz Deutschland. Drei Jahre nach der Entführung der Elfjährigen aus Leipzig-Grünau schloss die Justiz nun gestern endgültig die Akten.

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Quelle: Friso Gentsch/Symbolbild

Leipzig. Ende 2011/Anfang 2012 hatte das Verschwinden des Mädchens bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Drei Wochen galt es als vermisst, die Polizei suchte verzweifelt.

Mit ihrem Entführer - der damals 28-jährige Kraftfahrer Mario F. hatte eine Art Liebesbeziehung zu dem Kind entwickelt - konnte Lisa P. schließlich in Berlin aufgegriffen werden. Der Schuldspruch gegen F. lautete auf Kindesentziehung und schweren sexuellen Missbrauch. Das Urteil vom Januar 2014: drei Jahre und zehn Monate Haft. Wie gestern bekannt wurde, ist diese Entscheidung nun rechtskräftig.

Die Revision des Kraftfahrers blieb ohne Erfolg. Außerdem stellte das Landgericht gestern das Strafverfahren gegen einen damaligen Kumpel und Nachbarn des Entführers ein. Olaf S. (51) sollte wegen Beihilfe zur Kindesentziehung zunächst 900 Euro Geldstrafe zahlen, akzeptierte das jedoch nicht. Im Gegenzug für die Verfahrenseinstellung überweist der Hartz-IV-Empfänger nun jedoch 480 Euro an das Kinderhospiz Bärenherz.

Ursprünglich sollte Lisa P., inzwischen 14 Jahre alt, gestern zum x-ten Mal als Zeugin aussagen. "Sie ist ausgesprochen froh, dass ihr das erspart blieb", berichtete ihre Anwältin Anne Prestrich. "Und vor allem ist sie froh, dass alles vorbei ist. Lisa fährt jetzt zur Kur." Das Mädchen lebt mittlerweile im Heim. Nach Angaben der Opferanwältin geht es ihr gut.

Richter Norbert Göbel regte gestern die Verfahrenseinstellung gegen Olaf S. an, "damit nach so langer Zeit Frieden einkehrt". S. fühlt sich unschuldig, er habe das Mädchen retten wollen: "Ich beteiligte mich doch vielmehr daran, dass die Kindesentziehung beendet wurde." Sein Verteidiger Alfred Engel ergänzte: "Mein Mandant wollte Lisa in bessere Verhältnisse führen." Weil sie angeblich vom leiblichen Vater, der das Sorgerecht für Lisa P. hatte, geschlagen worden sei. In den Augen des gestrigen Angeklagten nahm Mario F. seinerzeit für die Elfjährige die Rolle als Pflegevater ein.

Das sah die Justiz ganz anders. Nach deren Überzeugung hat Mario F. das Kind schwer sexuell missbraucht. Der Beschuldigte stellte Geschlechtsverkehr immer in Abrede. Die Richter hielten ihn jedoch aufgrund vieler Indizien für überführt.

Wie berichtet, war Mario F. über den Jahreswechsel 2011/12 mit Lisa erst in einer Wohnung in Leipzig untergetaucht. Anfang Januar wollte er mit der Elfjährigen nach Berlin fahren, um die Geschichte ihrer Flucht vor den Kameras eines TV-Boulevardmagazins auszubreiten. Kumpel Mario S. fungierte dabei als Kontaktperson zu den Medien, schaltete auch einen Rechtsanwalt ein. Treffpunkt mit dem Fernsehteam war eine Laube in Berlin-Marienfelde. Doch statt der Journalisten tauchten Leipziger Kripo-Leute und Berliner Zielfahnder auf, nahmen Mario F. fest. Lisa P. war damals freiwillig mitgegangen. Laut einem Psychologen ist das Mädchen überdurchschnittlich intelligent, wuchs aber in abnormalen Verhältnissen auf. Es wurde von der Mutter emotional vernachlässigt, dann in die Obhut des überforderten Vaters gegeben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.11.2014

Kreuz, Sabine

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