Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Mann gesteht Mord an schwangerer Ehefrau in Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Mann gesteht Mord an schwangerer Ehefrau in Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 24.02.2018
Kommt mit Gehstützen ins Gericht: der Angeklagte Ghulam Abas R.   Quelle: Foto: A. Kempner
Anzeige
Leipzig

Der Mord an seiner hochschwangeren Ehefrau am 11. August 2017 in Leipzig war ein Verbrechen mit Ansage. Das geht aus Zeugenangaben im Prozess gegen den angeklagten Afghanen Ghulam Abas R. (39) hervor. „Abas sagte zu mir: Ich bringe meine Frau um und springe dann aus dem Fenster“, berichtete der einstige Nachbar Zabiullah S., ebenfalls ein gebürtiger Afghane, am Mittwoch vor dem Landgericht Leipzig.

Dem Zeugen (55) zufolge fand dieses Gespräch einen Tag vor der furchtbaren Familientragödie in dem von der Caritas betreuten Flüchtlings-Wohnhaus in der Uhlandstraße (Altlindenau) statt. „Ich erklärte ihm: Das ist nicht der richtige Weg. Wenn dich deine Ehefrau mit einem anderen Mann betrogen hat, musst du dich scheiden lassen“, so der Mann. Doch der Angeklagte habe ihm gesagt, dass seine Ehefrau die Scheidung nicht wolle.

Nach heftigem Streit am 10. August kam die 34-jährige Mahin für eine Nacht in einer Schutzwohnung im selben Haus unter. „Damit schien sich die Situation beruhigt zu haben“, glaubte eine Sozialarbeiterin. „In meinen Augen war nicht absehbar, dass dann so etwas passiert.“

Laut Staatsanwaltschaft: Viermal eingestochen

Laut Staatsanwaltschaft soll Ghulam Abas R. mindestens viermal mit einem Messer auf die Brust der hochschwangeren Ehefrau eingestochen haben. Die Obduktion ergab einen Herz-Durchstich. Motiv: Eifersucht und Wut.

Der arbeitslose Schneider warf den Ermittlungen zufolge seiner Frau völlig zu Unrecht eine Affäre vor. Das bestätigt auch ein DNA-Gutachten. Demnach war der Beschuldigte der Vater des ungeborenen Kindes. Das Mädchen sollte im September auf die Welt kommen. Es konnte nicht gerettet werden.

Mord und Schwangerschaftsabbruch

Der Angeklagte muss sich wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch verantworten. Er gab am Mittwoch zu, seine Ehefrau getötet zu haben. „Ich bereue sehr und bin sehr verzweifelt.“ An die eigentliche Tat habe er „nur sehr schlechte Erinnerungen“. Fragen dazu wollte der Mann nicht beantworten.

Wie er es seinem Nachbarn vorbezeichnet hatte, stürzte sich Ghulam Abas R. nach dem Blutbad aus einem Fenster im obersten Stock in die Tiefe. Er erlitt schwerste Verletzungen, seine Beine waren mehrfach gebrochen. Der 39-Jährige ist auf einen Rollstuhl oder Gehstützen angewiesen. „Ich habe versucht, mir das Leben zu nehmen. Leider ohne Erfolg. Ich wünschte, ich wäre gestorben“, sagte er. Der Vater von zwei Söhnen (jetzt 11 und 12 Jahre alt) bedauerte, sein „drittes Kind verloren“ zu haben. Die Jungen befinden sich in staatlicher Obhut; es besteht kein Kontakt zum Vater. Nach Aktenlage soll er bereits im April 2017 seiner Frau damit gedroht haben, sie abzustechen. Ein Psychiater ist damit beauftragt, den Geisteszustand des Mannes einzuschätzen. Urteil: voraussichtlich am 8. März.

Sabine Kreuz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Dienstagabend stand in der Sommerlindenstraße in Leipzig-Engelsdorf der Keller eines Wohnhauses in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Die Bewohner blieben unverletzt.

22.02.2018

Die Leipziger Polizei bestätigt den Tod der vermissten 55-Jährigen aus Taucha. Die Frau wurde bereits seit dem 24. April 2017 vermisst. Spaziergänger hatten die sterblichen Überreste in einem Waldstück gefunden.

23.02.2018

Ein LKA-Beamter aus Sachsen gesteht, die Leiche eines Geschäftsmannes aus Hannover zerstückelt zu haben. Er wird wegen Mordes verurteilt, aber nicht zu lebenslanger Haft - zunächst. Der bizarre Tod des Geschäftsmanns beschäftigte am Mittwoch den Bundesgerichtshof (BGH) in Leipzig bereits zum zweiten Mal.

22.02.2018
Anzeige