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Mann in Wohnung totgeprügelt – Angeklagter will vor Gericht aussagen

Prozess am Landgericht Leipzig Mann in Wohnung totgeprügelt – Angeklagter will vor Gericht aussagen

Es muss ein unfassbarer Gewaltexzess gewesen sein, der sich am 7. Juli 2015 in Möckern ereignete. Durch massive Schläge und Tritte gegen den Oberkörper und den Kopf erlitt ein Rumäne schwerste Verletzungen, denen er später erlag.

Detail des Leipziger Landgerichts.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Es muss ein unfassbarer Gewaltexzess gewesen sein, der sich am 7. Juli 2015 nach Mitternacht in einer Erdgeschosswohnung in der Georg-Schumann-Straße in Möckern ereignete. Durch massive Schläge und Tritte gegen den Oberkörper und den Kopf erlitt ein Rumäne schwerste Verletzungen, denen er wenige Stunden später erlag. Seit Mittwoch steht ein Landsmann des Toten vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat Claudiu R. ( 34) wegen Totschlags angeklagt.

Die Prügelorgie ereignete sich in jener Nacht zwischen 0.35 und 2.20 Uhr. Der Angeklagte – ein verheirateter Arbeiter ohne Qualifikation – habe seinem Opfer Theodor K. Schmerzen zufügen und ihn verletzen wollen, sagte Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller. Dabei habe er auch billigend in Kauf genommen, dass die verursachten Verletzungen lebensbedrohlich sein könnten.

Mehrere Rippenbrüche, eine Unterkieferfraktur sowie flächendeckende Hämatome waren ebenso die Folgen der Schläge und Tritte wie eine Unterblutung der Milzkapsel. Diese schwerste innere Verletzung war es laut Staatsanwaltschaft auch, die am selben Tag in der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr zum Tod des Prügelopfers führte.

Zu den Hintergründen des Gewaltausbruchs wurde bislang nichts Konkretes bekannt. Nach Angaben des Gerichts konnten einige Zeugen nicht zur Verhandlung geladen werden. Auch der Angeklagte mochte sich zum Prozessauftakt zunächst nicht äußern. Verteidiger Hagen Karisch kündigte aber an, dass sein Mandant zum nächsten Verhandlungstag in zwei Wochen zu den Tatvorwürfen aussagen werde. Die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf hat für den Prozess noch insgesamt sieben Verhandlungstage eingeplant. Dabei werden auch die Berichte von zwei Rechtsmedizinern und einem psychiatrischen Sachverständigen angehört. Ein Urteil wird nach gegenwärtiger Planung der Strafkammer für Mitte März zu erwarten sein.

Von Frank Döring

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