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„Mantrailing“ auf der kalten Spur: Leipziger Forscher testen Fähigkeiten von Bluthunden

„Mantrailing“ auf der kalten Spur: Leipziger Forscher testen Fähigkeiten von Bluthunden

Personensuchhunde im Polizeieinsatz sind mehr als nur Spürhunde: Mit ihren besonderen Riechfähigkeiten nehmen sie auch nach mehreren Monaten die geringsten Gerüchen von bestimmten Personen wieder auf.

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Auf dem Bild v.l. Oberarzt Dr. med. Carsten Hädrich (40), Polizeiobermeister Ralf Blechschmidt (41) mit Hermine und Polizeioberrat Leif Woidtke (41).

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Zum ersten Mal werden am Institut für Rechtsmedizin der Uni Leipzig die Eigenschaften der sogenannten Mantrailing-Hunden in Leipzig wissenschaftlich untersucht.

„Das Besondere an diesen spezial-ausgebildeten Hunden ist, dass sie geringe sowie veraltete Spuren aufnehmen und weiter verfolgen können, und das viel besser im Vergleich zu normalen Diensthunden“, sagt Carsten Hädrich, Rechtsmediziner und Leiter des Forschungsteams, gegenüber LVZ-Online.

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Leipzig. Personensuchhunde im Polizeieinsatz sind mehr als nur Spürhunde: Mit ihren besonderen Riechfähigkeiten nehmen sie auch nach mehreren Monaten die geringsten Gerüchen von bestimmten Personen wieder auf. Zum ersten Mal werden am Institut für Rechtsmedizin der Uni Leipzig die Eigenschaften der sogenannten Mantrailing-Hunden in Leipzig wissenschaftlich untersucht.

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Suchergebnisse wegen fehlenden Forschung kritisch betrachtet

Hädrich ist für seine Rolle als Gerichtsexperte in einigen Leipziger Mordfällen bekannt geworden. 2008 wurde beispielsweise ein Mantrailer-Hund eingesetzt, der die Ermittler bei der Suche nach Michelle auf eine heiße Spur brachte: Der Hund nahm die Witterung des achtjährigen Mädchens in einem Schulkeller auf, wo später Blutspuren gefunden wurden. Solche Ermittlungsergebnisse werden allerdings bisher wegen fehlender Forschung von vielen Anwälten und Richter skeptisch bewertet. Durch die Studie der Uni Leipzig soll die Arbeit der Mantrailer zum harten Beweismittel werden, hoffen Hädrich und seine Kollegen. ´

Seit einigen Wochen arbeitet das Forscherteam mit der sächsischen Polizei zusammen, um die Zuverlässigkeit der Mantrailer zu untermauern. Ziel des Projekts sei, die Effektivität dieser Hunde unter verschiedenen Drucksituationen zu bewerten. „In Gerichtshandlungen müssen wir valide Aussagen treffen, mit wissenschaftlichen Hintergrund“, erklärte der Zwickauer Polizeiobermeister Ralf Blechschmidt. „Deswegen ist diese Forschung für uns wichtig.“

Zuverlässigkeit der Spürhunde untersucht

Am Donnerstagnachmittag demonstrierte Blechschmidt mit der vierjährigen Bluthundin Hermine die Ausbildungs-Methoden. „Bluthunde zeichnet besonders aus, dass sie beim Suchen alles andere abschalten und sich nur noch auf die Spur konzentrieren“, erklärte Blechschmidt. Das könne manchmal aber auch zum Problem für die Hunde werden, etwa wenn sie in den Verkehr oder gegen Briefkasten liefen, so Blechschmidt.

Dem Team aus Wissenschaftlern, Polizei und Hunden werden innerhalb des einjährigen Forschungsprojekts in bis zu 20 verschiedenen Suchsituationen Aufgaben gestellt. Geplant sei unter anderem, Versuchspersonen in einen Ganzkörperschutzanzug zu stecken, um zu sehen, ob die Hunde die Spur trotzdem aufnehmen können. Außerdem wollen Forscher die Atemluft einer Versuchsperson bedecken sowie nur mit DNA Spuren arbeiten.

Zehn bis 15 Hunde verschiedener Rassen werden innerhalb des Projekts in ländlichen sowie städtischen Umgebungen in Zwickau getestet. Die Ergebnisse werden vom Forscherteam des Instituts bewertet. „Wir hoffen, dass durch diese Studie die Hunde häufiger eingesetzt werden, und dass ihre Zuverlässigkeit nicht mehr diskutiert wird“, betont Hädrich. Damit können Juristen die Ergebnisse im Gerichtsprozess besser einschätzen, meinte er.

Mehr Kapazität für Mantrailer in der Zukunft erwartet

Bereits seit 2012 gibt es ein Team von vier Mantrailer-Bluthunden in Sachsen. In den nächsten drei Jahren sollen vier weitere Tiere hinzu kommen. Das decke aber kaum den Bedarf ab, so Leif Woidtke von der Polizeidirektion Zwickau. Die Tiere müssen laut Vorschriften bei Suchanfragen immer in zwei unabhängigen Teams eingesetzt werden, um verlässliche Ergebnisse zu liefern. Das stellt oft eine Herausforderung dar: „Das Bereitschaftssystem funktioniert einfach nicht, denn der Bedarf nach den Tieren ist zu groß“, so Woidtke.

Krysta Brown

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