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Polizeiticker Leipzig Massive Tatvorwürfe nach Massenschlägerei
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Massive Tatvorwürfe nach Massenschlägerei
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07:01 05.12.2018
Die Polizei ermittelt nach einer Massenschlägerei wegen schweren Landfriedensbruchs. Quelle: dpa
Leipzig

Nach einer Massenschlägerei in Lindenau (die LVZ berichtete) stehen massive Vorwürfe im Raum. Ermittelt wird mittlerweile wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs, teilte Innenminister Roland Wöller jetzt mit. Ein solcher Tatvorwurf wird in aller Regel dann erhoben, wenn die Beschuldigten bewaffnet waren, ihr Opfer schwer oder gar lebensbedrohlich verletzt beziehungsweise bedeutende Sachschäden angerichtet haben. Immerhin drohen den Tätern im Falle einer Verurteilung Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Es war am 21. Oktober gegen 18 Uhr, als an der Jahnallee in der Nähe der Kleinmesse rund 20 Afghanen massiv aufeinander losgingen. Nachdem ein Zeuge die Polizei alarmiert hatte, gelang es Einsatzkräften, darunter auch Beamte der Fahrradstaffel, am Palmengarten gegenüber dem Gelände der Kleinmesse sieben Verdächtige festzusetzen. Per Rad verfolgten die Polizisten zwei weitere Schläger, die sie schließlich am Elsterbecken fassten.

Mit Kopfverletzungen im Krankenhaus

Gegen die neun Afghanen (17 bis 24 Jahre) wurde ein Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs eingeleitet. Unter anderem sollen sie einen Landsmann (18) derartig attackiert haben, dass dieser Kopfverletzungen, Abschürfungen sowie Schnittwunden erlitt und zur Behandlung in ein Krankenhaus musste. Nach Angaben der Polizei soll er zumindest einige der Angreifer bereits identifiziert haben. Allerdings wollte sich selbst das Opfer gegenüber den Behörden nicht zum Motiv der Auseinandersetzungen äußern.

Seine Peiniger sind überwiegend seit 2015 in Deutschland und auch nicht vollziehbar ausreisepflichtig, wie das Innenministerium auf Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Sebastian Wippel mitteilte, der sich explizit nach einer Abschiebung der Tatverdächtigen erkundigt hatte. Vier der Afghanen sind sogar seit anderthalb oder zwei Jahren gesetzlich anerkannte Flüchtlinge, haben eine Aufenthaltserlaubnis, weil ihnen nach Einschätzung der Behörden in ihren Heimatländern die Verfolgung, etwa aus politischen oder religiösen Gründen droht. Bei fünf weiteren Beschuldigten sind dem Ministerium zufolge die Asylverfahren noch nicht abgeschlossen.

Vorbestraft wegen Körperverletzung

Doch nicht nur wegen ihres Asylbegehrens sind die Afghanen bereits den Behörden bekannt. Laut Innenministerium wird gegen einen der Männer gegenwärtig auch wegen einer gefährlichen Körperverletzung am 22. September 2018, vier Wochen vor der Massenschlägerei an der Jahnallee, ermittelt. Zwei seiner Komplizen sind indes schon rechtskräftig verurteilt: Einer wurde im März 2017 zu einer Maßnahme nach dem Jugendgerichtsgesetz wegen einer gefährlichen Körperverletzung, begangen am 28. Februar 2016, verurteilt. Ein anderer bekam im September 2016 eine Geldstrafe wegen einer Sachbeschädigung.

Von Frank Döring

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