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Mehr als 400 Autos in Leipzig geklaut – vor allem VW, Skoda und Audi im Visier von Dieben

Mehr als 400 Autos in Leipzig geklaut – vor allem VW, Skoda und Audi im Visier von Dieben

Jeden Tag verschwinden in Leipzig Autos - meist auf Nimmerwiedersehen. Internationale Banden haben das dicke Geschäft mit gestohlenen Pkw unter sich aufgeteilt.

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Autoknacker bei der Arbeit: 441 Fahrzeiuge sind seit Jahresbeginn allein in Leipzig gestohlen worden (Symbolbild).

Quelle: dpa

Leipzig. Anfang des Monats wurde eine neue "Soko Kfz" unter Leitung des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) gebildet. Sie soll die Strukturen der Autoschieber-Ringe zerschlagen. Neun der insgesamt 54 Soko-Ermittler arbeiten in Leipzig - einer Hochburg des Autodiebstahls.

Erst in der Nacht zum Donnerstag wurden im Probstheidaer Gildemeisterring ein 70.0000 Euro teurer BMW X6 (L-NP 9905) und in der Kieler Straße in Mockau ein VW Golf (L-ME 1205) gestohlen. In den Tagen zuvor waren unter anderen ein Audi Q7, ein Audi A5, ein Audi A6, ein VW Multivan, ein VW Golf, ein Ford Scorpio, ein Skoda abhanden gekommen. Autoklau ist Normalität in Leipzig. Von Januar bis September wurden im Stadtgebiet 441 Autos entwendet (2012: 551). Zum Vergleich: In ganz Sachsen waren es 2501, im gesamten Landkreis Leipzig gerade mal 93. "Es kann davon ausgegangen werden, dass insbesondere hochwertige Fahrzeuge, die in Sachsen gestohlen und nach einer Woche nicht wieder gefunden werden, ins Ausland, speziell nach Tschechien und Polen, verbracht wurden", sagt LKA-Sprecher Tom Bernhardt. "Die Aufgabe der sachsenweit tätigen Soko ist deshalb die Bekämpfung dieser Kfz-Verschiebung."

Organisierte Banden agieren deutschlandweit

Bisher liegt die Aufklärungsquote in Leipzig zwischen 14 und 15 Prozent. Die neue Soko soll Ressourcen besser nutzen, einen zügigen Informationsaustausch der Dienststellen gewährleisten und die Ermittlungen landesweit koordinieren, um Bandenstrukturen schneller aufzudecken. Neben der Zentrale beim LKA gibt es deshalb sogenannte Regionale Ermittlungsabschnitte (REA) in allen fünf Polizeidirektionen.

Im REA Leipzig sind neun Kfz-Spezialisten tätig. "Konkrete Ermittlungen haben ergeben, dass es sich bei dem Kriminalitätsphänomen der Kfz-Verschiebung um organisierte Banden handelt, die sich nicht auf bestimmte Regionen konzentrieren, sondern sachsenweit und auch deutschlandweit agieren", begründet Bernhardt die Verteilung der Soko-Ermittler im gesamten Freistaat.

Erst im Oktober waren bei einer Bande in Tschechien 63 gestohlene Autos sowie Teile von weiteren 15 Fahrzeugen sichergestellt worden. Die elf Autoschieber zwischen 28 und 39 Jahren hatten den Diebstahl hochwertiger Wagen und den Transport aus Deutschland organisiert, die Pkw dann in Tschechien zerlegt und die Teile über das Internet verkauft.

Auch BMW zunehmend im Visier

Besonders gefragt bei den Banden seien weiterhin Volkswagen, Skoda und Audi, zunehmend aber auch BMW, berichtet der LKA-Sprecher. Geknackt würden die Pkw trotz aller Hightech-Ausrüstung noch immer häufig mit konventionellen Werkzeugen, wie etwa einem Kfz-Kraftschlüssel, bekannt als "Polenschlüssel". "Oft wenden die Täter auch pure Gewalt an, um in die Fahrzeuge zu gelangen", erklärt Bernhardt. Auf Firmenparkplätzen, die am Wochenende nur unzureichend geschützt seien, würden die Diebe auch schon mal die Originalschlüssel stehlen, um die Autos zu erbeuten.

Mit Spezialgeräten, wie beispielsweise einer Drive Box zum Deaktivieren der elektronischen Wegfahrsperren, lassen sich faktisch alle Modelle problemlos starten.

Frank Döring

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