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Mehr als zwei Jahre Haft für Anschlag auf Gemkow-Wohnung in Leipzig

Urteil im Prozess Mehr als zwei Jahre Haft für Anschlag auf Gemkow-Wohnung in Leipzig

Nach dem Anschlag auf die Wohnung von Sebastian Gemkow (CDU) in Leipzig ist ein 30-Jähriger am Montag zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.  Das Gericht geht davon aus, dass der Angriff 2015 nicht Gemkow sondern einer benachbarten linken Wohngemeinschaft galt.

Der Angeklagte Thomas K. bei der Urteilsverkündung nach dem Anschlag auf die Wohnung von Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU).
 

Quelle: dpa

Leipzig. Für den Buttersäure-Anschlag auf die Wohnung des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow (CDU) ist ein 30-Jähriger aus der rechten Fußballszene zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht Leipzig sprach den einschlägig vorbestraften Mann am Montag der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie der Sachbeschädigung schuldig. Ein zweiter Angeklagter aus Nordrhein-Westfalen wurde freigesprochen.

Das Gericht ging allerdings davon aus, dass der Angriff im November 2015 gar nicht Gemkow gegolten hatte. Vielmehr hätten die etwa zehn vermummten Angreifer, zu denen der Verurteilte gehört habe, eine benachbarte linke Wohngemeinschaft treffen wollen und sich nur in den Fenstern geirrt. Der 30-Jährige nahm den Urteilsspruch sichtlich wütend auf. Ob er Rechtsmittel einlegen wird, blieb offen. Sein Anwalt lehnte ein Stellungnahme dazu ab.

Die Täter hatten laut Gericht mitten in der Nacht zwölf große schwere Granitsteine gegen die Fenster der Erdgeschosswohnung geschmettert. Die Scheiben waren mit einer Schlagschutzfolie gesichert. Trotzdem landeten zwei Steine im Wohnzimmer. Anschließend wurden mit Buttersäure gefüllte Weihnachtsbaumkugeln hinterhergeworfen. Gemkow schlief zu der Zeit mit seiner Familie in der Wohnung. Verletzt wurde niemand.

Richterin: „Einiges an krimineller Energie“

Der 30-Jährige hatte im Prozess geschwiegen. Dennoch hatte das Gericht „keinen ernsthaften Zweifel daran, dass der Angeklagte an der Tat beteiligt gewesen ist“, wie die Richterin sagte. Zum einen wurde eine DNA-Spur des Mannes an einer Verpackung der Weihnachtsbaumkugeln gefunden. Zum anderen gebe es auch eine Motivation für die Attacke. In der Wohngemeinschaft, die eigentlich Ziel gewesen sei, sei ein linkes Modelabel ansässig gewesen. Der 30-Jährige habe eindeutig ein „Näheverhältnis zur rechten Szene“ und sei wegen verschiedener Körperverletzungen vorbestraft.

„Die Tat ist offensichtlich akribisch vorbereitet worden. Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass es keine Opfer gegeben hat“, sagte die Richterin. Es gehöre „Einiges an krimineller Energie“ dazu, „im Dunkeln eine Wohnung anzugreifen und Menschen im Schlaf zu attackieren.“

Die Staatsanwaltschaft hatte noch einen 30 Jahre alten Autohändler aus Meckenheim bei Bonn angeklagt. Dessen DNA-Spur war an einem der Steine gesichert worden. Das Gericht ging jedoch davon aus, dass die DNA durch eine „Sekundärübertragung“ - über ein 2015 verkauftes Auto - auf den Stein gekommen ist. Zwischen den beiden Angeklagten gebe es überhaupt keine Verbindung.

Von LVZ

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