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Polizeiticker Leipzig Messer-Angriffe auf Auto-Besitzer in Leipzig – 32-Jähriger vor Gericht
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Messer-Angriffe auf Auto-Besitzer in Leipzig – 32-Jähriger vor Gericht
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00:32 22.03.2018
Ein Justizbeamter nimmt Stefan W. (r.) im Gericht die Handfesseln ab. Quelle: Foto: A.Kempner
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Leipzig

Die Vorwürfe gegen den Angeklagten Stefan W. wiegen schwer: Der 32-jährige Mann muss sich wegen zwei bewaffneten Raubüberfällen im Sommer 2017 in Leipzig vor dem Landgericht verantworten. Jeweils nahe dem Kulkwitzer See soll er mit einem Messer auf Auto-Besitzer losgegangen sein, um sich in den Besitz ihrer Fahrzeuge zu bringen. Zum Prozessauftakt am Montag äußerte sich der aus Hohenmölsen in Sachsen-Anhalt stammende Mann noch nicht.

Übergriffe am Kulkwitzer See

Laut Anklage soll Stefan W. am 22. Juli kurz nach 20 Uhr unweit der Schiffsgaststätte an der Seestraße eine Frau angegriffen haben. „Er bedrohte sie mit einem Teppichmesser, um sie einzuschüchtern“, sagte Staatsanwalt Marc Renger. Aus Angst habe ihm die Betroffene den Schlüssel für ihren Ford Fiesta (Wert: mehr als 4000 Euro) überlassen, mit dem der Arbeitslose dann nach Hohenmölsen und wieder retour gefahren sei. „Ohne im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein“, wie es weiter in der Anklageschrift hieß.

Der zweite Fall ereignete sich den Ermittlungen zufolge am 30. August um 20.50 Uhr. Zunächst soll Stefan W. im Shop einer Tankstelle in der Straße am See einen Kfz-Schlüssel, der dort auf dem Tresen lag, entwendet haben. „Um die Tat begehen zu können, hielt er einem Geschädigten ein Brotmesser mit 20 Zentimeter langer Klinge gegen die Brust“, sagte der Staatsanwalt.

Mit Tempo 120 gegen die Wand

Mit dem an einer Tanksäule stehenden Golf sei der Angeklagte dann Richtung Markranstädt geflüchtet und habe im Ortsteil Gärnitz einen schweren Unfall verursacht. „Bei Tempo 120 kam er in der Ernst-Thälmann-Straße in einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab, prallte gegen Laterne, Grundstückszaun und eine Hauswand.“ Das Auto überschlug sich. Sachschaden: 80 000 Euro. Wie sich später herausstellte, war der Fahrer betrunken. Noch Stunden später – um 0.27 Uhr – hatte er 1,34 Promille Alkohol im Blut.

Haftgrund: Fluchtgefahr

Stefan W. wurde umgehend festgenommen und sitzt seit mehr als einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Hauptgrund: Fluchtgefahr. Denn der Angeklagte, der im Ermittlungsverfahren bereits gestanden hat, muss mit einer hohen Strafe rechnen, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr. Stefan W. drohe zudem der Widerruf einer Bewährungsstrafe. Der 32-Jährige war zuletzt wegen Diebstahls und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das aktuelle Verfahren um besonders schweren Raub läuft bis 20. April.

Von Sabine Kreuz

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