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Messerangriff auf Polizistin im Wahn: Grünauer steht vor Gericht

Messerangriff auf Polizistin im Wahn: Grünauer steht vor Gericht

Es ist fünf Monate her, dass Mario S. mit einem Messer in der Hand auf eine Polizistin losging. Ihr Kollege schoss daraufhin auf den 28-Jährigen. Mit schweren, nicht lebensbedrohlichen Verletzungen kam S.

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28-Jähriger muss sich wegen Messerattacke auf Polizistin vor Leipziger Gericht verantworten.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. ins Krankenhaus. Dinestag begann der Prozess um den Vorfall vom 29. Dezember 2013 am Polizeirevier Grünau.

Es ist fünf Monate her, dass Mario S. mit einem Messer in der Hand auf eine Polizistin losging. Ihr Kollege schoss daraufhin auf den 28-Jährigen, traf ihn in linker Wade sowie Schulter. Mit schweren, nicht lebensbedrohlichen Verletzungen kam S. ins Krankenhaus. Am Dienstag begann der Prozess um den Vorfall vom 29. Dezember 2013 kurz vor Mitternacht am Polizeirevier Grünau in der Ratzelstraße.

Staatsanwältin Katrin Minkus geht davon aus, dass der 28-Jährige versucht hat, Polizistin Swetlana J. (35) zu töten - im Zustand der Schuldunfähigkeit. Denn der Mann ist schizophren. Vor dem Landgericht geht es in einem Sicherungsverfahren darum, ob er dauerhaft in der Psychiatrie, im Maßregelvollzug, unterzubringen ist. "Aufgrund seines Zustandes sind weiterhin erhebliche rechtswidrige Taten von ihm zu erwarten", so die Staatsanwältin.

Auslöser des mitternächtlichen Vorfalls war, dass Mario S. das Polizeigebäude mit Glasflaschen beworfen und beim Eintreffen mehrerer Polizisten mit einem Messer herumgefuchtelt hatte. "Mindestens 20 Minuten lang versuchten wir, mit ihm zu reden. Aber eine Kommunikation war nicht möglich. Ich sagte: ,Mario, schmeiß das Messer weg, wenn nicht, muss ich dich mit Pfefferspray besprühen'", berichtete die Polizistin am Dienstag. Sie kannte den Mann aufgrund eines vorangegangenen Delikts - er hatte seine Mutter angegriffen - und wusste, dass er psychisch krank ist.

Als Swetlana J. dann tatsächlich mit Pfefferspray auf sein Gesicht wie noch andere Kollegen auch zielte, passierte aber zu deren Erstaunen nichts. "Als ob es Wasser gewesen wäre. Es hatte null Wirkung." Dann jedoch stürzte sich Mario S. brüllend auf die Polizistin. "Ich hatte in keiner Sekunde mit einem Angriff gerechnet. Wenn ich nicht ausgewichen wäre, hätte er mein Gesicht zerschnitten", berichtete die betroffene Beamtin, die auch Nebenklägerin ist. Und er wollte ihr - so die Staatsanwaltschaft - das Messer zudem in den Rücken rammen.

Nur weil sich die Frau duckte, habe er sie verfehlt. Swetlana J. hatte in der Tatnacht einen Schock erlitten, war längere Zeit krank. Noch immer macht ihr der Vorfall zu schaffen. "Wenn ich jetzt bei einem Einsatz höre, ein Messer ist im Spiel, bin ich sofort angespannt."

Mario S. sagte am Dienstag zu alldem kein Wort. Vielmehr redete er leise vor sich hin, kaute an Fingernägeln oder grinste. "Aufgrund seiner Krankheit sind sinnvolle Äußerungen nicht möglich", sagte sein Anwalt Malte Heise zur Erklärung.

Bislang nicht als Zeuge zum Prozess geladen ist der Polizist, der die Schüsse auf Mario S. abgegeben hatte. Hintergrund: Gegen den 37-Jährigen war ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet worden. Da er dazu aber keine Angaben gemacht hat, verzichtete das Gericht auf seine Vernehmung. Am Dienstag jedoch wurde bekannt, dass das Verfahren gerade eingestellt wurde, weil "die Schüsse nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wegen Notwehr beziehungsweise Nothilfe zu Gunsten der angegriffenen Kollegin gerechtfertigt waren", so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz auf LVZ-Anfrage.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2014

Sabine Kreuz

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