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Messerangriff und Morddrohung: Hat Leipziger alles nur erfunden?

Mann wollte angeblich in Klinik Messerangriff und Morddrohung: Hat Leipziger alles nur erfunden?

Wahr oder nicht wahr? Nur weil ein Mann unbedingt ins Krankenhaus wollte, soll er gemeinsam mit einem Kumpel einen Messerangriff sowie eine Morddrohung fingiert und die Polizei beim Notruf 110 getäuscht haben. Das zumindest berichtete der Angeklagte Peter A. (67) am Mittwoch vor dem Leipziger Landgericht.

Alles nur gelogen? – Ein Fall fürs Landgericht Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wahr oder nicht wahr? Nur weil ein Mann unbedingt ins Krankenhaus wollte, soll er gemeinsam mit einem Kumpel einen Messerangriff sowie eine Morddrohung fingiert und die Polizei beim Notruf 110 getäuscht haben. Das zumindest berichtete der Angeklagte Peter A. (67) am Mittwoch vor dem Landgericht.

Nach dem dringlichen Anruf am 24. Februar dieses Jahres waren dann auch gleich sechs Polizisten in der Wohnung des Rentners in der Wurzner Straße angerückt. Sie nahmen den Mann tatsächlich mit. Allerdings kam er ins Gefängnis, in Untersuchungshaft, und nunmehr auf die Anklagebank. Vorwurf: Bedrohung.

Staatsanwalt Torsten Naumann lastete Peter A. an, auf seinen Bekannten Harry S. (41) mit einem langen Küchenmesser losgegangen zu sein und damit immer wieder in seine Richtung gestochen zu haben. Dabei soll er ihm gedroht haben: „Ich steche dich ab, ich bringe dich um.“ An dem Tattag hatte der Senior nach Aktenlage etwa zwei Promille Alkohol im Blut. Ihm sei es sehr schlecht gegangen, so der Langzeit-Alkoholabhängige, der wegen Depressionen auch starke Medikamente einnimmt. Weil über Stunden kein Krankenwagen auftauchte, sei man auf die Idee gekommen, den Übergriff zu erfinden. „Eine ganz dumme Idee“, bestätigte denn auch Harry S., den die 5. Strafkammer als Zeugen anhörte. Ziel war, dass Peter A. in die Klinik eingewiesen werde. „Dass Sie nun hier so viel Papierkram haben, tut mir leid“, meinte der Zeuge in Richtung der Richterbank. Peter A. sei wirklich nicht der Typ, der gewalttätig ist und jemanden umbringt. „Da würde ich meine Hand ins Feuer legen“, sagte Harry S., der Peter A. in Thüringen bei einer Langzeittherapie kennengelernt hatte. Die war bei beiden jedoch nicht gerade erfolgreich.

Allerdings: Peter A. rückte weder beim Haftrichter noch beim Psychiater, einem Gutachter, mit der Lügen-Story heraus. „Warum nicht?“, so der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl. „Eine Dummheit.“ Erst die Gespräche mit Psychologin und Suchtberater in Haft hätten ihn zum Umdenken gebracht. Was stimmt nun? – Darüber muss die 5. Strafkammer bei der Fortsetzung am 3. August entscheiden.

Von Sabine Kreuz

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