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Messerstecherei in Leipziger Asylheim: Brüderpaar angeklagt

Prozess am Landgericht Messerstecherei in Leipziger Asylheim: Brüderpaar angeklagt

Der Streit schaukelte sich hoch bis zum fast tödlichen Gewaltexzess: Nach einer Messerstecherei in der Flüchtlingsunterkunft in der Puschstraße stehen seit Dienstag zwei Brüder vor Gericht. Einer der beiden Afghanen ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Der Prozess findet am Leipziger Landgericht statt.

Quelle: LVZ

Leipzig. Der Streit schaukelte sich hoch bis zum fast tödlichen Gewaltexzess: Nach einer Messerstecherei in der Flüchtlingsunterkunft in der Puschstraße stehen seit Dienstag zwei Brüder vor Gericht. Einer der beiden Afghanen ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gerieten Majid Z. (17) und sein Bruder Schoheib Z. (19), die aus Kabul stammen, immer wieder mit einem Mitbewohner der Asylunterkunft auf der Alten Messe in Streit. So soll der Jüngere am 5. März 2016 dem Heimbewohner Ali S. (22) einen Kopfstoß verpasst haben, anschließend wurde der Kontrahent gewürgt. Am nächsten Tag soll Majid Z. dem Mann gedroht haben, ihn abzustechen, wenn er Anzeige erstatten sollte. Dessen Kindern kündigte er an, nach ihrem Vater nun auch ihre Mutter dranzunehmen. Allerdings ließ sich Ali S. nicht einschüchtern und zeigte den Angriff an.

Die nächste Attacke des Brüderpaares folgte laut Anklageschrift am 18. März. Da wurde Ali S. am Völkerschlachtdenkmal mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wodurch er eine Fraktur des Jochbeines erlitt. Ebenfalls mit Fausthieben soll Schoheib Z. am 18. April auf den Dauerrivalen losgegangen sein. Als Mohammed T., ein weiterer Mitbewohner, zu Hilfe eilen wollte, wurde auch er attackiert.

An diesem Tag ereignete sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch die folgenschwerste Tat. Gegen 22 Uhr soll Schoheib Z. mit einem Messer fünf Mal auf Ali S. eingestochen haben, fügte ihm lebensbedrohliche Verletzungen zu. Schließlich ging ein Security-Mann dazwischen, eine Notoperation rettete Ali S. das Leben.

Doch selbst danach hörten die Aus-einandersetzungen in der Puschstraße nicht auf. So soll Majid Z. am 9. Mai dem Mitbewohner Mohammed T. gedroht haben, ihn umzubringen. Der 17-Jährige lebt inzwischen mit seiner Familie in einer eigenen Wohnung in Grünau. Ihm wird Bedrohung, Nötigung und Körperverletzung vorgeworfen. Sein großer Bruder sitzt in Untersuchungshaft. Die Tatvorwürfe gegen ihn: Versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Für den Prozess sind noch sieben Verhandlungstage geplant.

Von Frank Döring

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