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Missbrauch und Vergewaltigung: Kinderbetreuer in Leipzig vor Gericht

Missbrauch und Vergewaltigung: Kinderbetreuer in Leipzig vor Gericht

Seine jüngsten Opfer waren gerade mal alt genug für den Kindergarten: Über Jahre hinweg soll Kinderbetreuer Jan P. (34) in seiner Wohnung kleine Jungen missbraucht und vergewaltigt haben.

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In Handschellen: Der mutmaßliche Kinderschänder Jan P. (r.) vor Prozessbeginn im Gerichtssaal.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten 23 Taten zwischen 2004 und 2013 vor. Zum Prozessauftakt am Landgericht gestern früh wurden erschütternde Details bekannt.

So zwang er laut Anklageschrift einen dreijährigen Jungen in seiner Lindenauer Wohnung zum Oralverkehr und missbrauchte ihn derart, dass das Kind vor Schmerzen schrie und weinte. Einen Siebenjährigen, der jahrelang seine Schulferien bei Jan P. verbrachte, soll er vergewaltigt und ebenfalls auf verschiedene Weise missbraucht haben.

Wie Staatsanwältin Franziska Rüdiger berichtete, filmte und fotografierte Jan P. diese schweren Übergriffe auch noch. In einigen Fällen soll der gelernte Einzelhandelskaufmann seine minderjährigen Opfer sogar gezwungen haben, für Kinderpornos zu posieren.

Dabei habe er ausgenutzt, dass die Kinder zu ihm ein gewisses Vertrauensverhältnis aufgebaut hatten, so die Anklage. Demnach sollen ihm vorwiegend alleinerziehende Eltern die stundenweise Betreuung ihrer Kinder überlassen haben. Ein damals dreijähriger Junge, den Jan P. der Staatsanwaltschaft zufolge sexuell missbraucht hat, holte er beispielsweise regelmäßig vom Kindergarten ab.

Die Tatvorwürfe umfassen nach Angaben der Staatsanwältin neben schwerem sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung auch Körperverletzung und Besitz von Kinderpornografie.

Ungewöhnlich: Verteidiger Alexander Krell wollte zu Beginn der Hauptverhandlung sogar verhindern, dass die Anklage öffentlich verlesen wird. Schutzwürdige Interessen der Geschädigten würden dadurch verletzt, begründete der Rechtsanwalt seinen Antrag. Staatsanwältin Rüdiger zeigte sich verwundert, dass ausgerechnet die Verteidigung dafür eintrete - zumal die Anwälte der Opfer keineswegs einen Ausschluss der Öffentlichkeit bei der Verlesung der Anklage für nötig hielten. Die 3. Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Sylvia Bittner lehnte den Antrag der Verteidigung schließlich ab. Ein anschließendes Rechtsgespräch aller Verfahrensbeteiligter blieb ihren Informationen zufolge ergebnislos.

Das Gericht hat für den Prozess noch sechs Verhandlungstage geplant, ein Urteil wird für Ende Oktober erwartet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.08.2014

Frank Döring

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