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Mit Molotowcocktails gegen Polizisten – Prozess wird fortgesetzt

Nach schweren Krawallen in Leipzig Mit Molotowcocktails gegen Polizisten – Prozess wird fortgesetzt

Der Prozess um die schweren linksautonomen Krawalle am 5. Juni 2015 im Leipziger Zentrum wurde am Mittwoch fortgeführt. Anhand der Befragungen der Polizisten konnte rekonstruiert werden, wie der Angeklagte Lars-Malte S. (37) an dem Abend festgenommen wurde – seine Flucht wurde durch ein Beinstellen vereitelt.

Angeklagter Lars-Malte S. (rechts) neben seinem Verteidiger

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Der Prozess um die schweren linksautonomen Krawalle am 5. Juni 2015 im Leipziger Zentrum wurde am Mittwoch fortgeführt. 14 Zeugen wurden vor Gericht angehört, teils Privatpersonen, teils Polizisten. Anhand der Befragungen der Polizisten konnte rekonstruiert werden, wie der Angeklagte Lars-Malte S. (37) an dem Abend festgenommen wurde. Die Verhandlung wird am 7. September fortgeführt – eventuell wird es dann schon ein Urteil geben.

Am benannten Tag gingen Vermummte unter anderem mit Molotowcocktails auf die Polizisten los. Sie errichteten Barrikaden aus brennenden Autoreifen, warfen Steine und Krähenfüße. Lars-Malte S. ist bislang der einzige ermittelte Täter, er wird wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung angeklagt (die LVZ berichtete).

Der Polizeibeamte Roy B. sagte aus, dass er am 5. Juni 2015 mit seiner Einheit von der Eisenbahnstraße zum Leipziger Zentrum gerufen wurde. Dort angekommen hätten sie gerade noch Zeit gehabt, ihre Schutzausrüstung anzuziehen, ehe die Krawalle losgingen.

Flucht des Tatverdächtigen wurde durch Beinstellen vereitelt

„Es wurde mit Teerbeuteln und Molotowcocktails geworfen, irgendwo war auch Pyrotechnik im Einsatz“, erzählte der Zeuge. Die Polizisten hätten das Kommando erhalten, auf die schwarz angezogenen Menschen zuzulaufen. Dabei habe B. es geschafft, den Angeklagten zu überholen und ihm auf der welligen Wiese beim Bundesverfassungsgericht ein Bein zu stellen. „Lars-Malte S. ist auf den Boden gefallen, ich habe mich auf ihn gelegt, um ihn zu sichern“, sagte B. aus. Ein Kollege sei hinzugekommen, zusammen hätten sie ihn in einen geschützten Bereich bringen wollen. Sie seien noch einmal gestürzt, die Polizeibeamten Kevin A. und Niko G. seien herbeigeeilt und hätten den Angeklagten übernommen.

Der Polizeibeamte Kevin A. erklärte: „Lars-Malte S. ist mir schon vorher durch seinen hellen Stoffbeutel, den er bei sich trug, aufgefallen.“ Kevin A. und Niko G. hätten Lars-Malte S. zu den am Neuen Rathaus stationierten Polizeifahrzeugen gebracht. Dort habe A. die Personalien aufgenommen und den Festgenommenen belehrt, G. habe die Person sowie den Stoffbeutel, den er bei sich trug, durchsucht. „Darin waren ein oder zwei Kleidungsstücke und ein paar Steine“, sagte Niko G. Zusammen hätten sie den Angeklagten zur Wache gefahren, wo er dem Dezernat 5 übergeben worden sei.

Platten an Autos durch Krähenfüße auf den Straßen

Zivile Zeugen sagten aus, dass ihnen durch die Steine und Krähenfüße auf den Straßen, die von den Krawallen betroffen waren, ein Sachschaden am Auto entstanden sei. Unter anderem sei dies auf der Karl-Tauchnitz-Straße so gewesen. Von der Festnahme hätten sie nichts mitbekommen und auch keinen der Vermummten identifizieren können.

Das Prozessfinale ist eventuell schon am 7. September zu erwarten. Der Angeklagte schwieg bisher an den beiden Verhandlungstagen.

Von Andrea Schulze

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