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Mit selbstgebastelten Bomben auf Beutezug

Amtsgericht Leipzig Mit selbstgebastelten Bomben auf Beutezug

An manchen Tagen muss die hauseigene Bombenwerkstatt auf Hochtouren gelaufen sein: Ein Leipziger soll zwischen Januar und April dieses Jahres mit selbstgebastelten Rohrbomben zehn Zigarettenautomaten im Stadtgebiet gesprengt haben. Am Dienstagmorgen begann gegen ihn der Prozess am Landgericht – Tatvorwurf: Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in zehn Fällen sowie Diebstahl.

Ein Leipziger steht wegen mehrerer Sprengstoffexplosionen vor Gericht.
 

Quelle: LVZ

Leipzig.  An manchen Tagen muss die hauseigene Bombenwerkstatt auf Hochtouren gelaufen sein: Ein Leipziger soll zwischen Januar und April dieses Jahres mit selbstgebastelten Rohrbomben zehn Zigarettenautomaten im Stadtgebiet gesprengt haben. Am Dienstagmorgen begann gegen ihn der Prozess am Landgericht – Tatvorwurf: Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in zehn Fällen sowie Diebstahl.

Die Serie begann nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft am 28. Januar. Da jagte der beschuldigte Patrick K. (34) laut Anklage gegen 4.50 Uhr einen Automaten in der Nürnberger Straße hoch. Allein dabei entstand Sachschaden in Höhe von mehr als 4100 Euro. Der Bombenbauer erbeutete aus dem völlig zerstörten Gerät Tabakwaren und Bargeld im Gesamtwert von 971 Euro.

In diesem Stil setzte sich das fort – und dies in beängstigender Kontinuität. Der Täter platzierte jeweils eine seiner selbstgebauten Rohrbomben im Ausgabeschacht des Zigarettenautomaten und brachte ihn dann zur Explosion.

Das nächste Mal wurde Patrick K. nach Kenntnis der Ermittler am 16. Februar in der Goldschmidtstraße aktiv. In der Woche darauf, am 28. Februar, soll er in der Straße des 18. Oktober zugeschlagen haben. Weil der Automat trotz der Explosion seinen Inhalt nicht preisgab, half der Täter nach und hebelte den Automaten zusätzlich auf. Auch in der Querstraße lief nicht alles glatt. Hier explodierte zwar in der Nacht zum 15. März ein Zigarettenautomat, doch hielt das Gerät trotz massiver Schäden dicht. Deshalb soll der Angeklagte in der darauffolgenden Nacht zurückgekehrt sein, um sein Werk zu vollenden. Er erbeutete Bares und Zigaretten im Gesamtwert von 487 Euro, so Staatsanwalt Torsten Naumann.

Nur eine Woche später, am 22. März, knallte es das nächste Mal. Dieses Mal flog ein Automat in der Holbeinstraße in die Luft. Und das mit so großer Wucht, dass umherfliegende Metallteile einen geparkten Pkw trafen und an dem Fahrzeug Schäden in Höhe von rund 600 Euro anrichteten. Zwei Tage darauf, am 24. März, explodierte mitten in der Nacht ein Zigarettenautomat in der Klasingstraße, am 6. April in der Härtelstraße, am 21. April in der Humboldtstraße und am 28. April in der Philipp-Rosenthal-Straße. Bei dieser letzten Aktion wurde Patrick K. nach Behördenangaben auf frischer Tat gefasst. Die Bilanz der in der Anklage erfassten Beutezüge: Zigaretten und Bargeld im Gesamtwert von knapp 5000 Euro sowie Sachschaden an den Automaten in Höhe von rund 22300 Euro.

Die 5. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Berthold Pfuhl regte an, den Angeklagten von einem forensischen Psychiater untersuchen zu lassen. Zudem fand ein Rechtsgespräch statt. Demnach steht in Aussicht, dass das Verfahren etwas beschränkt wird, weil die Anzahl der Taten angesichts der zu verhängenden Gesamtstrafe nicht vorrangig sei. Und: Dem Angeklagten wurde in Aussicht gestellt, dass er im Falle eines Geständnisses mit einer Freiheitsstrafe zwischen viereinhalb und fünfeinhalb Jahren zu rechnen hat. Verteidiger Stefan Wirth kündigte bereits eine Aussage seines Mandanten an. Fortsetzung am 8. November.

Von Frank Döring

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