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Mord an Dolmetscher in Leipzig: Mann laut Obduktionsergebnis mit 25 Messerstichen getötet

Prozess am Landgericht Mord an Dolmetscher in Leipzig: Mann laut Obduktionsergebnis mit 25 Messerstichen getötet

Der afghanische Dolmetscher, der in Leipzig einem Verbrechen zum Opfer fiel, ist mit 25 Messerstichen getötet worden. Das steht aufgrund des Obduktionsergebnisses fest. Eine der Angeklagten wollte sich am Mittwoch, dem mittlerweile 27. Prozesstag, erstmals äußern. Die 17-Jährige verschob jedoch kurzfristig ihr Vorhaben.

Vorsitzender Richter Norbert Göbel: Immer wieder neue Überraschungen in diesem Verfahren.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Die Überraschungen in diesem Verfahren sind wirklich zahlreich“, resümierte der Vorsitzende Richter Norbert Göbel. Ursprünglich wollte sich zum Mord an einem afghanischen Dolmetscher die jüngste Angeklagte am Mittwoch, dem mittlerweile 27. Prozesstag, erstmals äußern. Doch Santa A. (17) vertagte am Mittag zur Enttäuschung der Beteiligten ihr Vorhaben – sie will zuvor erst noch eine kurzfristig geladene Zeugin anhören. Auch die beiden Mitangeklagten schwiegen bislang. Die drei Syrer Entessar A. (39), ihre Tochter Santa sowie deren Freund Mohammad A. (22) sollen Übersetzer Farhad S. (30) im November 2015 in einer Wohnung in Leipzig aus Habgier getötet haben. Bei dem Opfer handelt es sich um den Ex-Freund des beschuldigten Mädchens. Er war für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge tätig.

Von dem Toten fehlte allerdings jede Spur, als der Indizien-Prozess am 16. August 2016 vor dem Landgericht Leipzig begann. Eine der größten Überraschungen in dem Fall um den „Mord ohne Leiche“ passierte dann Anfang März dieses Jahres. In einem Waldstück an der Autobahn 2 bei Burg (Sachsen-Anhalt) entdeckte eine Jägerin, die mit ihrem Hund unterwegs war, einen Toten. Laut DNA-Analyse handelte es sich um Farhad S., den die Angeklagten sowohl mit bloßen Händen als auch mit einem Messer umgebracht haben sollen. Dem Obduktionsergebnis zufolge wurde der Mann mit 25 Messerstichen getötet: Demnach trafen vier Stiche den Rücken, weitere 21 den Brustkorb, davon allein sieben das Herz. Nach Auffassung der Rechtsmedizin aus Halle war die Leiche noch relativ gut erhalten. Grund: Sie wurde in ein Laken und zudem in einen Duschvorhang eingewickelt, bevor sie vergraben worden ist. Offensichtlich hatten Waldtiere sie teils ausgebuddelt, so dass letztlich auch der Hund anschlug. Nach Aktenlage sprechen neun Schnittverletzungen an der linken Hand des Toten dafür, dass sich das Opfer gegen den Angriff gewehrt hat.

Das vorerst letzte Wort des Gerichts zu einer Überraschung, die schon den Auftakt des Mammut-Prozesses völlig bestimmt hatte, verkündete am Mittwoch Richter Göbel. Der Brief des Hauptangeklagten Mohammad A. (21) an seinen Verteidiger Endrik Wilhelm, der in die Hände von Staatsanwaltschaft und Gericht gelangt war, wird doch nicht als Beweismittel in den Prozess eingeführt. Es bestehe ein Beweisverwertungsverbot. Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller beanstandete die ursprüngliche Verfügung des Richters. Das Gericht blieb aber bei der Entscheidung. Immerhin soll der Syrer in der laut Wilhelm „geschützten Verteidigerpost“ die Schuld an dem Mord auf sich genommen und seine beiden Mitangeklagten entlastet haben. Einem der am Mittwoch gestellten Beweisanträge kommt das Gericht nach und hört die Schwester des Opfers, die in Belgien lebt, am 20. Juni, dem nächsten Termin, als Zeugin.

Von Sabine Kreuz

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