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Mord an Tagesmutter: Ihre Tochter besucht Angeklagten im Knast

Mord an Tagesmutter: Ihre Tochter besucht Angeklagten im Knast

Ein Gerücht stellte sich gestern, beim erneuten Auftakt im Prozess um die Ermordung einer Leipziger Tagesmutter im Herbst 2013, als wahr heraus. Tanja L., die Tochter des Opfers, besucht den mutmaßlichen Mörder im Gefängnis.

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Prozessauftakt am 19. Mai 2014: Ein 24-jähriger Mann muss sich wegen Mordes an einer Leipziger Tagesmutter verantworten.

Quelle: dpa

Leipzig. Auch per Brief steht die 42-Jährige zu dem 18 Jahre jüngeren Tobias K. in Kontakt. Dabei hieß es ursprünglich, sie habe sich von ihrem damals gewalttätigen Lebensgefährten getrennt.

Tanja L. sagte gestern als erste Zeugin aus. Bereits am 28. April sollte die arbeitslose Frau vernommen werden. Wegen plötzlicher schwerer Erkrankung eines Schöffen platzte jedoch der Prozess, begann deshalb am Landgericht gestern von vorn. Wie berichtet, lastet die Staatsanwaltschaft Tobias K. (24) an, am 9. Oktober 2013 Tagesmutter Monika C. (64) in ihrer Wohnung in der Kantstraße mit 34 Stichen mit Messer und Schere getötet zu haben. Motiv: Wut auf die 64-Jährige, weil sie sich weigerte, einen Diebstahlsvorwurf gegen ihn fallenzulassen. "Vielmehr forderte sie die Rückzahlung von 10.000 Euro", so Staatsanwältin Tanja L. "Da fasste er den Entschluss, die Frau zu töten, damit sie nicht straf- und zivilrechtlich gegen ihn vorgehen kann." Nach dem Gewaltverbrechen habe er mit Geld, Goldschmuck und Münzen die Wohnung verlassen.

Tobias K. schwieg gestern weiterhin zu den Anklagevorwürfen. Gegenüber Polizei und Verteidiger Axel Kaufmann hatte er seine Unschuld beteuert. Kurz vor seiner Festnahme am 11. Oktober rief der Beschuldigte Tanja L. an. "Er sagte: ,Ich war das mit deiner Mutter.' Darauf ich: ,Das ist aber nicht zum Lachen.' Dann er: ,Ich war's doch nicht." Dieses Telefonat habe sie völlig aus der Bahn geworfen. "Ich wusste nicht, was ich glauben soll." Die 42-Jährige hatte den Angeklagten Ende 2011 kennengelernt, schon im Januar darauf musste er in Haft, saß bis Dezember 2012, danach noch einmal im Frühjahr 2013. Lediglich einmal, Anfang Mai, hatte Tanja L. gemeinsam mit ihm Monika C. in der Kantstraße besucht. Justament da sollen die 10.000 Euro verschwunden sein. "Ich war sauer und enttäuscht, dass meine Mutter dachte, ich hätte das Geld genommen." Weil sie ihr zudem vorwarf, Drogen zu nehmen, schrieb sie im Internet: "Mutter, ich werde dich töten."

Überhaupt sei das Verhältnis zu ihr viele Jahre lang zerrüttet gewesen. Erst anderthalb Jahre vor dem gewaltsamen Tod der 64-Jährigen hätten sich beide wieder angenähert, sagte die Frau, selbst mehrfache Mutter. Kein Kind lebt derzeit bei ihr. Auch zu ihrer Schwester besteht kein Kontakt mehr: "Sie macht mich verantwortlich für den Tod meiner Mutter, weil ich Tobi in die Familie brachte." Viele Probleme hatte sie auch mit ihm, weil er massiv gewalttätig geworden sei, sie geschlagen habe. Wie oft? "Ich kann das nicht mehr zählen." Beide hätten öfter zusammen Alkohol getrunken. Dass der 24-Jährige auch Drogen, Crystal, nahm, will sie nicht bemerkt, aber befürchtet haben. Im September 2013 war sie vor ihm ins Frauenhaus geflüchtet, beantragte Anfang Oktober eine gerichtliche Verfügung, wonach er sich ihr nicht mehr nähern dürfe. "Er rief mich aber immer wieder an, ich solle ihn nicht verlassen, ihm nicht sein Zuhause wegnehmen. Er liebe mich."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.05.2014

Sabine Kreuz

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