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Mord aus Eifersucht: Koch soll fünffache Mutter getötet haben

Prozess am Landgericht Mord aus Eifersucht: Koch soll fünffache Mutter getötet haben

Es war offenbar rasende Eifersucht, die in einem Blutrausch mündete: Mit elf Messerstichen soll ein Koch (34) in Eutritzsch seine Ex-Freundin (25) ermordet haben. Am Mittwoch begann am Landgericht Leipzig der Prozess.

Der Angeklagte Marian L. mit seinem Rechtsbeistand am Mittwoch im Landgericht.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Es war offenbar rasende Eifersucht, die in einem Blutrausch mündete: Mit elf Messerstichen soll ein Koch (34) in Eutritzsch seine Ex-Freundin (25) ermordet haben. Am Mittwoch begann am Landgericht Leipzig der Prozess.

Die Staatsanwaltschaft wirft Marian L. vor, am 25. August 2015 in der Zeit zwischen 9 und 9.45 Uhr seine frühere Lebensgefährtin Nicole K. in deren Wohnung in der Wittenberger Straße heimtückisch getötet zu haben. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder, 2013 wurde die Tochter geboren, 2015 der Sohn. Doch schon bald trennte sie sich von dem Mann, der aus einer früheren Beziehung eine Tochter hat. Die junge Mutter, die weitere drei Kinder von anderen Männer in die Beziehung gebracht hatte, soll danach ein neues Verhältnis angefangen haben. Doch Marian L. konnte wohl nicht loslassen. Nicole K. fühlte sich durch Stalking belästigt. Als zwei Wochen vor dem Mord ihr Kinderwagen im Treppenhaus der Wittenberger Straße angezündet wurde, geriet ebenfalls Marian L. unter Tatverdacht.

Dann der 25. August: Als er in die Wohnung seiner Ex-Freundin kam, muss er bereits geplant haben, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Laut Anklage nahm er sich aus der Küche heimlich ein Messer und versteckte es im Ärmel seines Pullovers. Es kam zum Streit, während die kleinsten Kinder noch in der Wohnung waren. Marian L. zerrte Nicole K. auf die Couch und setzte sich auf sie. Dann würgte er sie mit beiden Händen, heißt es in der Anklageschrift. Schließlich habe er das Messer mit mindestens 14 Zentimeter langer Klinge unter dem Pullover hervorgezogen und elf Mal „in schneller Stichfolge“ in die Brust der wehrlosen Frau gestochen.

Rechtsmediziner stellten später neun Stichverletzungen mit jeweils 14 Zentimetern Tiefe fest. Zweimal durchstach der Täter das Herz der fünffachen Mutter. Gegen 10 Uhr rief der Killer selbst über Notruf 110 die Polizei an, gestand sein Verbrechen und ließ sich widerstandslos festnehmen. Für die blutüberströmte Frau kam jede Hilfe zu spät. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft hatte sie trotz Reanimationsversuchen und Notoperation keine Überlebenschance. Gegen 11.20 Uhr erlag sie ihren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, ihm sei zum Zeitpunkt der Tat klar gewesen, dass er seinem Opfer todbringende Verletzungen zufügt. Er habe dies gewollt.

Marian L., der nach der Tat in Untersuchungshaft kam, äußerte sich zum Prozessauftakt nicht zu den Anklagevorwürfen. Laut seinem Verteidiger Malte Heise werde er aber zu einem späteren Zeitpunkt aussagen.

Die 1. Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf hat für den Prozess insgesamt sechs Verhandlungstage bis Mitte April geplant. Als Nebenkläger nehmen unter anderem die Mutter der getöteten Nicole K. sowie die Pflegemutter einer Tochter (9) des Opfers teil.

Von Frank Döring

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