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Mord in Leipzig-Leutzsch: Krankenschwester und Ersthelfer melden sich bei Polizei

Mord in Leipzig-Leutzsch: Krankenschwester und Ersthelfer melden sich bei Polizei

Die Polizei hat zwei weitere Bausteine bei der Suche nach dem Mörder vom Leutzscher Bahnhof erhalten. Der Durchbruch ist den Ermittlern allerdings noch immer nicht gelungen.

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19. Mai, Bahnhof Leipzig Leutzsch: Ermittler untersuchen am Tatort die Leiche von Diego M. (23). Der Security-Mann wurde aus nächster Nähe erschossen.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. „Wir ermitteln weiter in alle Richtungen“, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.

Die Beamten haben seit gut einem Monat in Zügen, Geschäften und an Laternenpfählen mit Flugblättern nach vier wichtigen Zeugen gesucht: eine Krankenschwester, ein Ersthelfer und zwei Jogger. Von ihnen erhofften sich die Kriminalisten wichtige Hinweisen zu dem brutalen Verbrechen am Pfingstsonntag in Leutzsch.

Damals hatte der Lokführer einer Regionalbahn zwischen 19 und 20 Uhr die Leiche eines jungen Mannes im Gleis unweit des alten Leutzscher Bahnhofs, nur wenige Meter von einem Fußgängertunnel am Ende der Rathenaustraße entfernt, bemerkt. Der Eisenbahner benachrichtigte damals seine Zentrale.

Von dort aus wurde ein Gegenzug gestoppt. In einem der Wagen saß die später per Flugblatt gesuchte Krankenschwester. Gemeinsam mit einem weiteren Fahrgast versuchte die fachkundige Frau den 23 Jahre alten Diego M. zu retten, vergeblich. Später stiegen beide wieder in die Regionalbahn ein, ohne dass die Polizei ihre Personalien aufgenommen hatte. Der Mann verließ in Böhlen, die Frau in Gaschwitz den Zug.

„Beide haben sich inzwischen bei uns gemeldet und ausgesagt“, bestätigte Schulz. Einzelheiten über ihre Angaben wollte der Sprecher der Anklagebehörde allerdings nicht machen. Wie in solchen Fällen üblich, verwies er auf die laufenden Ermittlungen. Die beiden in der Nähe des Tatorts vorbeigelaufenen Jogger hätten dagegen nicht geholfen.

Die Umstände des Gewaltverbrechens sind bis heute unklar. Fest steht: Bei dem Toten handelt es sich um einen Deutsch-Bolivianer. Er soll aus nächster Nähe hingerichtet worden sein. Der kräftige Mann mit seinen kurz geschorenen Haaren soll in der Securitybranche gearbeitet und dort auch Kontakt mit der Drogenszene gehabt haben. Möglicherweise ist er in die Schusslinie rivalisierender Familienclans und ihrer Rauschgiftgeschäfte geraten, heißt es aus Ermittlerkreisen.

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Leipzig. Musste Diego M. wegen eines geplatzten Drogendeals im Wert von mehr als 100.000 Euro sterben? Nach dem mysteriösen Mord am S-Bahnhof Leutzsch im Mai 2013 hat am Freitag der Prozess gegen drei Bekannte des Opfers begonnen. Erstmals wurden dabei Hintergründe zu dem brutalen Verbrechen an dem Deutsch-Bolivianer bekannt. Im Mittelpunkt steht die geplante Tötung eines Dresdner Geschäftsmanns.

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Inzwischen hat die im Juli gebildete 20köpfige Sonderkommission „Connect“ den Fall übernommen. Sie soll aber nicht nur den Mord von Leutzsch sondern auch den Übergriff auf einen 26 Jahre alten Türken vom 10. April untersuchen. Ihm hatten zwei Unbekannte vor seinem Haus in der Reudnitzer Göschenstraße aufgelauert und in beide Beine geschossen. Auch hier folgt die Spur ins Drogenmilieu.

Weitere Schüsse fielen am 9. Juli in der Eisenbahnstraße. Dort schoss damals ein 28 Jahre alter Iraner im Streit zwei Mazedonier in Beine und Hüften. Der mutmaßliche Täter stellte sich einen Tag später der Polizei. Bei dem Iraner soll es sich nach Informationen aus Ermittlerkreisen um einen Beteiligten des Leipziger Diskokrieges aus dem Jahr 2008 handeln.  

Vor fünf Jahren kämpften deutsche Türsteher und eine Gruppe von Migranten um die Vorherrschaft beim Einlass in Diskotheken. Hintergrund war hier die Kontrolle des Drogenhandels. Die tödlichen Schüsse auf einen 28-Jährigen vor der Diskothek „Mia’s“ im Barfußgäßchen konnten bis heute nicht aufgeklärt werden. Auch diesen Alt-Fall soll die Soko „Connect“ noch einmal aufrollen.

Matthias Roth

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