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Polizeiticker Leipzig Mord in letzter Sekunde vereitelt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Mord in letzter Sekunde vereitelt
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06:02 22.08.2018
Der Angeklagte Omeran A. am Dienstag in Handschellen im Gericht. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Wurde in der Asylunterkunft in der Zschortauer Straße in buchstäblich letzter Sekunde ein heimtückischer Mord verhindert? Seit Dienstag muss sich ein Libyer vor dem Landgericht Leipzig verantworten, der nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Ende vorigen Jahres um ein Haar einen Mitbewohner erstochen hat. Angeklagt ist Omeran A. (42) unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. „Er wollte tödliche Verletzungen hervorrufen oder nahm diese zumindest billigend in Kauf“, sagte Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller zum Prozessauftakt. Und wie sich herausstellte, ist der Libyer den Behörden zufolge auch zuvor schon massiv gewalttätig geworden.

Mit Messer angeschlichen

Es war am 28. Dezember 2017 zwischen 22 und 22.30 Uhr, als der aus Tripolis stammende Mechaniker in die 1. Etage der Gemeinschaftsunterkunft ging. Nach Aktenlage war ihm dies aufgrund früherer Auseinandersetzungen verboten worden. Dennoch betrat er laut Anklage das Zimmer 112, bewaffnet mit zwei Messern. Wie Staatsanwalt Müller schilderte, saß Mizar J. gerade mit dem Rücken zur Tür an einem Tisch, als sich der mutmaßliche Killer von hinten näherte. In der rechten Hand habe Omeran A. eines seiner Messer gehabt, dann den Arm gehoben, um auf sein Opfer einzustechen.

Zeuge geht dazwischen

Doch im letzten Moment soll ein weiterer Asylbewerber ein Blutbad verhindert haben. Abdul A. sei dem Libyer gefolgt, weil er wusste, dass dieser in der ersten Etage nichts zu suchen habe. Bevor der bewaffnete Angreifer zustechen konnte, habe er von hinten dessen Hand ergriffen und ihn auf ein Bett gestoßen. Gemeinsam mit Mizar J. sei es ihm schließlich gelungen, Omeran A. beide Messer zu entwinden. Allerdings wurde er dabei verletzt: Denn der Angeklagte soll beide Männer bei der Auseinandersetzung mit Reizgas besprüht haben, was zumindest bei Abdul A. zu sehr schmerzhaften Reizungen der Augen geführt habe, wie es in der Anklage heißt.

Angriff in Eisenbahnstraße

Schon ein Jahr vor dem mutmaßlichen Mordversuch in der Asylunterkunft soll der Libyer gewalttätig geworden sein. So ist, neben zwei Diebstählen in Paunsdorf und am Hauptbahnhof, auch ein Vorfall vom 17. Dezember 2016 angeklagt. Da soll Omeran A. im Bereich Neustädter Straße/Eisenbahnstraße einem Mann seine Bierflasche ins Gesicht gedroschen und dessen Nasenbein gebrochen haben. Am ersten von insgesamt sieben bis Anfang November geplanten Verhandlungstagen äußerte sich der Beschuldigte noch nicht zu den Tatvorwürfen, will dies aber unter Umständen beim nächsten Termin tun.

Früher schon Mord in Heim

Mithin sind die Hintergründe der beinahe tödlichen Auseinandersetzung in dem Asylheim noch unklar. Allerdings war es nicht das erste Mal, dass in dem ehemaligen Bürogebäude in der Zschortauer Straße, das gemäß einer Eilentscheidung des Oberbürgermeisters als Notunterkunft für bis zu 200 Asylbewerber angemietet worden war, ein banaler Streit eskalierte. So kam hier im Juli 2015 ein 18 Jahre alter Syrer ums Leben. Er wurde von einem sechs Jahre älteren Landsmann erstochen. Der Täter wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge vom Landgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Von Frank Döring

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