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Polizeiticker Leipzig Mordanklage in Leipzig: Schwangere Ehefrau erstochen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Mordanklage in Leipzig: Schwangere Ehefrau erstochen
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08:49 11.01.2018
Polizeieinsatz nach dem Mord in einem Wohnhaus in der Uhlandstraße.
Leipzig

 Unfassbare Tragödie: Ein Ehemann hat am 11. August 2017 in Leipzig-Altlindenau seine schwangere Frau aus Wut und Eifersucht erstochen. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus, die nun Anklage gegen den 39 Jahre alten Mann wegen Mordes in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch erhoben hat. Am 8. Februar beginnt der Prozess gegen den gelernten, zur Tatzeit arbeitslosen Schneider vor dem Landgericht, sagte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. Die erste Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf hat bislang fünf Prozesstage bis zum 8. März eingeplant.

Der Beschuldigte Ghulam Abas R., der im November 2015 mit seiner Familie aus Afghanistan nach Deutschland gekommen war, hatte seiner Frau eine außereheliche Affäre unterstellt. „Zu Unrecht“, wie die Ermittlungen ergeben haben. Schon vor dem Mord soll er Mahin R., die Mutter seiner beiden Söhne, beschimpft, bedroht und tätlich angegriffen haben. Die Frau hielt sich deshalb in einer Nachbarwohnung der Gemeinschaftsunterkunft der Caritas in der Uhlandstraße auf, als der Angeklagte an jenem Sommertag auf die in der 32. Woche schwangere 34-Jährige losging. Er soll, so die Anklage, mehrfach mit einem Messer auf die Frau eingestochen haben, sodass sie zunächst an den Händen verwundet wurde. „Anschließend stach er ihr viermal wuchtig in die Brust. Er durchstach ihr Herz.“ Die Verletzungen seien so schwer gewesen, „dass sie keine Überlebenschance hatte“, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Den Herzdurchstich hätte die 34-Jährige auch bei sofortiger medizinischer Hilfe nicht überlebt. Ihm sei bewusst gewesen, dass das ungeborene Kind ebenso keine Chance gehabt hätte. „Der Beschuldigte spielte sich damit zum Herrn über Leben und Tod auf“, zitierte ein Sprecher des Landgerichtes aus der Anklageschrift. Ghulam Abas R. habe „mit absolutem Vernichtungswillen“ gehandelt. Sein Motiv stehe sittlich auf tiefster Stufe.

Nach dem Tötungsverbrechen hatte sich der 39-Jährige das Leben nehmen wollen. Er überlebte jedoch den Sturz aus dem Fenster, lag danach etwa einen Monat lang in einem Leipziger Krankenhaus. Danach wurde der Mann in Untersuchungshaft genommen. Dem Vernehmen nach hat sich der 39-Jährige bislang nicht zu den schweren Vorwürfen geäußert. Die beiden Jungen kamen damals zunächst in staatliche Obhut. Ob sich das Verbrechen direkt vor den Augen der Kinder ereignet hat, ist unklar.

Von Sabine Kreuz

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