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Mordversuch an Frau und Tochter - Anklage gegen Familienvater

Mordversuch an Frau und Tochter - Anklage gegen Familienvater

Nach dem beinahe tödlichen Familiendrama in der Lützner Straße hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 42-jährigen Mann erhoben. Sie wirft dem Iraker versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor.

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Justizia in einem Amtsgericht. Die Pläne von Bundesjustizminister Maas für eine Neugestaltung des Mordparagrafen stoßen nicht überall auf Zustimmung.

Quelle: Peter Steffen

Leipzig. Es war am Mittag des 31. August vorigen Jahres, einem Sonntag, als der Familienvater nach Überzeugung der Ermittler in der gemeinsamen Wohnung über seine ebenfalls aus dem Irak stammende Ehefrau (40) und seine damals 15-jährige Tochter herfiel, um beide mit mehreren Messerstichen zu töten. Während der Bluttat waren noch vier weitere Kinder (1, 3, 5 und 7 Jahre) der Familie zu Hause. Ein kleines Mädchen rannte auf den Balkon und rief laut um Hilfe. Vermutlich rettete das Kind damit das Leben seiner Mutter und seiner großen Schwester. Denn erst durch die Hilferufe wurden Anwohner aufmerksam und alarmierten die Polizei. Die Beamten waren schnell vor Ort, verhinderten Schlimmeres.

"Ehefrau und Tochter wurden durch die Messerstiche lebensbedrohlich verletzt und konnten nur durch sofort durchgeführte Notoperationen gerettet werden", so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz gegenüber der LVZ. "Das mutmaßliche Tatwerkzeug konnte sichergestellt werden." Die jüngeren Kinder blieben von den Angriffen verschont und wurden nach Angaben der Polizei zunächst dem Jugendnotdienst übergeben und dann in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt in eine betreute Einrichtung gebracht.

Schon kurz nach der Tat war bekannt geworden, dass offenkundig ein Familienstreit Auslöser des zweifachen Mordversuchs gewesen ist. Nach Abschluss der Ermittlungen kommt auch die Staatsanwaltschaft zu keinen anderen Erkenntnissen. Die Hintergründe und Motive für die Tat des Angeschuldigten dürften im familiären Bereich liegen, davon geht die Behörde aus. Es bleibe allerdings der gerichtlichen Hauptverhandlung und Beweisaufnahme vorbehalten, den mutmaßlichen Ablauf der Tat und mögliche Motive des Angeklagten zu ermitteln, erklärte Schulz. Deshalb würden zunächst auch keine weiteren Details zu den Ergebnissen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen genannt. Bisher habe sich der Angeklagte zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht geäußert und sich auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen. Der Iraker war kurz nach der Tat vorläufig festgenommen worden und einen Tag später in Untersuchungshaft gekommen. Wann der Prozess gegen ihn vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts beginnt, steht noch nicht fest. Es seien noch keine Verhandlungstermine bestimmt worden, sagte gestern ein Sprecher auf Anfrage.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.01.2015

Frank Döring

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