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Mordversuch an Mitschülerin in Leipzig: Anklage gegen 14-Jährige erhoben

Staatsanwaltschaft Leipzig Mordversuch an Mitschülerin in Leipzig: Anklage gegen 14-Jährige erhoben

Sie ist fast noch ein Kind und hätte beinahe ihre Mitschülerin getötet: Fünf Monate nach einer Messerstecherei in der Oberschule Wiederitzsch ist jetzt eine 14-Jährige wegen versuchten Mordes angeklagt worden.

Tatort Schule: Hier ereignete sich im November 2015 die Messerattacke.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Sie ist fast noch ein Kind und hätte beinahe ihre Mitschülerin getötet: Fünf Monate nach einer Messerstecherei in der Oberschule Wiederitzsch ist jetzt eine 14-Jährige wegen versuchten Mordes angeklagt worden. Dies teilte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Mittwoch auf Anfrage der LVZ mit. Der Fall wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Landgericht verhandelt.

Rückblick: Am 10. November 2015 gegen 9.15 Uhr stürmt die Teenagerin, die eigentlich seit Tagen krankgeschrieben ist, in die Englisch-Stunde ihrer Klasse 8a. Sie ist bewaffnet mit einem Messer, das eine mindestens 20 Zentimeter lange Klinge besitzt. Gezielt sticht sie damit auf das ein Jahr jüngere Mädchen ein, fügt der 13-Jährigen stark blutende Wunden an Armen, Oberkörper und Schulter zu. Fassungslos müssen die anderen rund 20 Kinder und ihre Lehrerin die Attacke mit ansehen, bevor sie aus den Fenstern des Flachbaus ins Freie fliehen können. Während die Messerstecherin wegrennt und sich auf der Damentoilette verbarrikadiert, schleppt sich die niedergestochene Schülerin aus dem Unterrichtszimmer.

Die Bluttat sorgte weithin für Entsetzen. Zunächst hatte sich sogar die irrtümliche Nachricht verbreitet, dass an der Schule ein Amoklauf stattfinde. Das Kriseninterventionsteam stand Lehrern und Schülern psychologisch bei. Allein für die betroffene 8a waren nach Angaben der Regionalstelle Leipzig der Sächsischen Bildungsagentur zwei Schulpsychologen im Einsatz. Einige Schüler und Lehrer mussten auch zu Hause bleiben, um das entsetzliche Geschehen besser verarbeiten zu können.

Die Täterin kam zunächst in eine psychiatrische Klinik. Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht hatte „aufgrund der bisher zur Person der Beschuldigten gewonnenen Erkenntnisse“ auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen entsprechenden Unterbringungsbefehl gegen die Schülerin erlassen, hieß es damals.

Zu Hintergründen und möglichen Motiven der Tat äußern sich die Behörden auch weiterhin nicht. „Die Ermittlungen sind aber abgeschlossen“, so der Oberstaatsanwalt.

Die Angeklagte war zur Tatzeit gerade so in einem Alter, dass sie nicht mehr strafunmündig ist (gilt vor Vollendung des 14. Lebensjahres), sondern bereits nach Jugendstrafrecht zu verurteilen wäre. Die Höchststrafe liegt hier bei zehn Jahren. Laut Jugendgerichtsgesetz ist die Verhandlung vor Gericht einschließlich der Urteilsverkündung nicht öffentlich. Termine für den Prozess am Landgericht Leipzig sind bisher noch nicht bestimmt worden, teilte Sprecher Volker Sander am Mittwoch mit.

Von Frank Döring

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