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Mordversuch in Erstaufnahme: Duo wollte Mann aus Fenster werfen

Prozess in Leipzig Mordversuch in Erstaufnahme: Duo wollte Mann aus Fenster werfen

Schwerer Vorwurf an zwei Ex-Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig: Die beiden Asylbewerber sollen nach einem Streit versucht haben, einen weiteren Flüchtling aus dem Fenster sieben Meter in die Tiefe zu stürzen. Am Donnerstag begann der Prozess.

Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig.
 

Quelle: Olaf Barth

Leipzig. Laut Staatsanwalt Ulrich Jakob war es am späten Abend des 22. August 2016 zunächst zu einer Auseinandersetzung im Büro der Heimleitung gekommen. Offenbar hatte sich ein Iraner darüber beschwert, dass die beiden Beschuldigten eine Bekannte von ihm – eine 36 Jahre alte Iranerin – in der Unterkunft belästigt hatten. Die Aussprache sei jedoch eskaliert und der Marokkaner Badr B. in Folge von Handgreiflichkeiten auch zu Boden gegangen. „Die Lage beruhigte sich aber wieder“, so der Staatsanwalt.

Allerdings sollen sich dann beide Angeklagte zwischen 23.30 und 23.45 Uhr auf die Suche nach dem Iraner im zweiten Obergeschoss des Gebäudes an der Westringstraße begeben haben. Der aufgespürte 47-Jährige habe ihnen die Hand entgegengestreckt und sie auf Englisch um Entschuldigung gebeten. Doch Badr B. habe den Entschluss gefasst, den Mann aus dem Fenster zu werfen. „Er versetzte ihm einen Faustschlag ins Gesicht, setzte ihn auf die Fensterbank und hob die Beine an“, sagte Jakob. „Der Geschädigte leistete heftige Gegenwehr und konnte sich an einer Metallschiene festhalten.“ Dann soll auch der Mitangeklagte Nasr Eddine E. mit Fäusten und einem Feuerlöscher zugeschlagen haben. Nach Aktenlage verließen die Angreifer auf der Suche nach weiteren Feuerlöschern das Zimmer – so konnte es rasch von innen verschlossen werden. Das Opfer erlitt neben einer Nasenbeinfraktur weitere schwere Gesichtsverletzungen.

Sollte sich der Tatvorwurf erweisen, kommt abweichend von der Anklage – sie geht von versuchtem Totschlag aus – „auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes aus niedrigen Beweggründen in Betracht“, gab der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf bereits einen rechtlichen Hinweis. Motiv: Rache für die Auseinandersetzung im Heimleiterbüro. Damit droht eine weitaus höhere Strafe. Ob sich die Angeklagten in dem bis 9. Mai laufenden Prozess äußern, ist ihren Verteidigern Christian Friedrich und Alexander Krell zufolge noch unklar.

Von Sabine Kreuz

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