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Mordversuch mit der Eisenstange: Landgericht Leipzig verhängt mehr als zehn Jahre Haft

Mordversuch mit der Eisenstange: Landgericht Leipzig verhängt mehr als zehn Jahre Haft

Weil kein anderer Mann sie haben durfte, wollte Hassan A. im April 2013 seine Ex-Partnerin mit einer Eisenstange auf offener Straße in Leipzig erschlagen. So lautete am Freitag der Tenor des Schuldspruches gegen den 33-Jährigen, den das Landgericht zu zehneinhalb Jahren Haft wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verurteilte.

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Vor dem Urteil noch entspannt: Hassan A.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft, die Verteidigung indes Freispruch beantragt.

Noch kurz vor der Verkündung des Urteils scherzte der Angeklagte mit Zuschauern im Saal 115 des Landgerichts. "Er wirkt entspannt. Ich glaube, er hat die Ernsthaftigkeit des Verfahrens nicht begriffen", meinte Staatsanwältin Tanja Lötschert in ihrem Plädoyer. Auch die Untersuchungshaft, in der sich der 33-Jährige seit Monaten befinde, habe ihn augenscheinlich nicht beeindruckt. Wie berichtet, hatte Hassan A. in dem bereits seit 18. Oktober laufenden Prozess den Mordanschlag und einen weiteren ihm zur Last gelegten Übergriff bestritten.

Damit stand sein Wort gegen das der Frau (33), die ihn beschuldigt hatte. Offenbar wähnte sich der gebürtige Libanese damit auf der sicheren Seite. "Denn eine Frau steht für den Angeklagten ein paar Stufen niedriger", sagte Opferanwältin Eve Leupold. Wie Staatsanwaltschaft und Gericht hielt auch sie den Angeklagten aufgrund der Gesamtschau aller Indizien und Beweise für überführt.

Dem Urteil zufolge schlug, knebelte und würgte Hassan A. am 16. April die Frau in ihrer Wohnung in der Idastraße bis zur Bewusstlosigkeit. Er sei dann jedoch zur Besinnung gekommen, habe sich entschuldigt. "Aber bereits kurz darauf fasste er den Entschluss, die 33-Jährige am 20. April zu töten, um zu verhindern, dass sie sich einem anderen Mann zuwendet. Denn er betrachtete die Frau als seinen Besitz", sagte am Freitag der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. An jenem Tag wollte die Armenierin, die sich bereits 2011 von Hassan A. getrennt hatte, wegen der gemeinsamen Tochter (7) aber in regelmäßigem Kontakt zu ihm stand, ihren neuen Freund besuchen.

Laut Urteil folgte ihr der Eifersüchtige, nachdem sie 5.30 Uhr ihre Wohnung verlassen hatte, und schlug mit einer Eisenstange allein fünfmal auf ihren Kopf ein. Sein Tatplan sei jedoch nicht aufgegangen, weil binnen Sekunden bereits Anwohner aufgrund der Todesschreie reagierten. "Er musste flüchten, um einer Festnahme zu entgehen", so das Gericht. Das Opfer habe ihn jedoch trotz seiner Vermummung an den Augen, der Bekleidung und den Schuhen erkannt. Jagenlauf verwies zudem auf andere Faktoren wie DNA-Spuren an den Schuhen des Angeklagten. Zudem habe auch ein Fährtenhund dessen Spuren am Tattag verfolgt.

Die Verteidigung indes hielt die Frau für nicht glaubwürdig. Sie sei die einzige, die meinte, bei dem Übergriff auf der Straße ihren Ex-Partner erkannt zu haben. "Es kann sein, dass sie sich in einer belastenden und stressigen Situation irrte", so Anwalt Alexander Krell. Wegen begründeter Zweifel an der Schuld plädierte er auf Freispruch. Die Verteidigung kündigte Revision an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.11.2013

Sabine Kreuz

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