Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Mordversuche im Leipziger Haftkrankenhaus – Täter offenbar schuldunfähig

Prozess am Landgericht Mordversuche im Leipziger Haftkrankenhaus – Täter offenbar schuldunfähig

Wegen dreifachen Mordversuches im Leipziger Haftkrankenhaus und schwerer Brandstiftung auch in seinem Wohnhaus in Lindenau steht seit Dienstag ein 38 Jahre alter Leipziger vor dem Landgericht. Der Einzelhandelskaufmann wird für die Verbrechen allerdings nicht bestraft werden können. Offenbar war er schuldunfähig.

Das Landgericht Leipzig verhandelt den Fall bis 24. März.

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Wegen dreifachen Mordversuches und mehrfacher schwerer Brandstiftung steht seit Dienstag ein 38 Jahre alter Leipziger vor dem Landgericht. Der Einzelhandelskaufmann wird für die Verbrechen allerdings nicht bestraft werden können. Denn die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Maximilian C. im Zustand der Schuldunfähigkeit am 23. Dezember 2014 im Haftkrankenhaus in Leipzig-Meusdorf das Bettzeug von drei schlafenden Mitpatienten mit einem Feuerzeug angezündet hat. Nach Einschätzung eines Psychiaters litt der offenbar von Schlaf- und Beruhigungsmitteln – sogenannten Benzodiazepinen – abhängige Mann zu den Tatzeiten entweder unter einer Entzugspsychose oder aber einem Entzugsdelir. Zum Glück war laut Staatsanwältin Karin Schultrich ein Insasse in der Klinik aufgrund des beißenden Brandgeruches noch rechtzeitig erwacht, sodass er die anderen Betroffenen hatte wecken können, die wiederum Alarm schlugen und Maximilian C. schließlich überwältigten.

Nur wenige Tage zuvor, am 12. Dezember 2014, hatte C. gleichfalls Feuer gelegt – diesmal in seiner Wohnung in der Lindenauer GutsMuthsstraße. Danach verbarrikadierte er sich und löste einen Großeinsatz von Einsatzkräften aus. Zudem bedrohte er einen Feuerwehrmann, der ihn habe retten wollen, mit einem Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge. Erst das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hatte den Leipziger schließlich festnehmen können. Auch in diesem Fall soll C. schuldunfähig gewesen sein, sodass die Staatsanwaltschaft am Gericht beantragt hat, ein sogenanntes Sicherungsverfahren gegen den Beschuldigten durchzuführen. Anstatt einer Verurteilung zu einer Strafe geht es dabei in dem bis 24. März terminierten Prozess um seine Unterbringung im Maßregelvollzug, in einer Entziehungsanstalt. Dorthin war er auch schon vorläufig eingewiesen worden. Seine Therapie brach er jetzt allerdings ab, wie er dem Gericht am 13. Januar 2016 mitgeteilt hat.

Maximilian C. ist bei der Justiz wegen 16 Vorstrafen bereits bestens bekannt. Es ging meist um Diebstahl, Betäubungsmitteldelikte und Sachbeschädigung.

Von Sabine Kreuz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr