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Musikband Frei.Wild verurteilt Angriff auf Fan in Leipzig-Connewitz

„Unfassbare Geschichte“ Musikband Frei.Wild verurteilt Angriff auf Fan in Leipzig-Connewitz

Nach der gewalttätigen Attacke auf einen Frei.Wild-Fan und seinen Bekannten in Connewitz haben sich nun die Musiker zu Wort gemeldet und den Betroffenen ihre Solidarität ausgesprochen. Mit teils drastischen Worten verurteilen sie den Angriff.

Mittlerweile äußerte sich auch die Band Frei.Wild selber zu der Attacke auf einen Fan und seinen Begleiter in Connewitz. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Nach dem gewalttätigen Angriff auf einen Frei-Wild-Fan und seinen Begleiter in Leipzig-Connewitz hat sich nun die Band selbst zu Wort gemeldet. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten die Musiker ein Statement, in dem sie die Attacke, bei der ein 25- und ein 37-Jähriger bewusstlos geschlagen wurden, verurteilen.

„Unfassbare Geschichte, die einfach nur bestürzt und traurig macht“, schreibt die Band bei Facebook. Sie hätten bereits „begonnen, ihre Fühler in Richtung Opfern auszustrecken. Wir senden ihnen schon jetzt zusammen mit euch alles nur Erdenkliche an Kraft und Genesung“, heißt es. Gleichzeitig rufen sie ihre Fans auf, Hinweise zu der Tat an die Polizei weiterzuleiten. Die Band schlägt in dem Statement allerdings auch einen sehr drastischen Ton an. So heißt es etwa: „Wer sind die vermeintlichen Nazijäger, diese Freiwild-Hasser, sind sie die SS von 2017?“

Der Beitrag endet mit den Worten „Macht euch endlich alle platt“, Titel eines Liedes, in dem Frei.Wild „Extremisten-Pack“ verurteilt. „Sie wählen brauen und wählen rot“, heißt es dort. In dem dazugehörenden Video sind vor allem Szenen aus den Krawallen rund um den G20-Gipfel in Hamburg zu sehen.

Kritik an Frei.Wild-Texten

Am Samstag waren der 25 und 37 Jahre alte Mann mutmaßlich wegen Fan-Utensilien der Band Frei.Wild in Connewitz angegriffen worden. Ein Mann hatte den 25-Jährigen, der eine Frei.Wild-Jacke und Frei.Wild-Tunnel trug, nach Angaben der Polizei zuerst aufgefordert, die Utensilien abzulegen. Später hatte er mit anderen Menschen auf die beiden Männer, die aus Halle beziehungswiese Kiel kommen, eingeschlagen. Laut Polizei liegt mindestens einer der beiden Schwerverletzten noch immer im Krankenhaus und wird stationär behandelt.

Der Fall schlägt mittlerweile bundesweit Wellen, auch überregionale Medien berichteten darüber. In den sozialen Netzwerken ist der Überfall auf die Rockfans ebenfalls ein Thema, sorgt überwiegend für Entsetzen. Einige, die offenbar der linken Szene nahestehen, äußerten hingegen unverhohlen Sympathie für den massiven Übergriff. „Mein Mitleid für die ,Opfer’ hält sich in Grenzen“, heißt es in einem Twitter-Kommentar. Ein anderer User meinte: „Wer Freiwilds rechten Scheiß hört, kriegt es auf die Ohren.“ Und: „Zuerst wegen Thor Steinar, jetzt Freiwild-Merchandise. Ist einfach keine gute Idee, in Nazi-Dreck in Connewitz rumzurennen. Gibt’s aufs Maul für.“

Opfer schrien angeblich „White Power“

Eine mutmaßliche Zeugin wandte sich gestern anonym an die LVZ und erklärte, die Männer seien nicht wegen der Jacke, sondern „aufgrund ihres provozierenden und aggressiven Auftretens“ angegriffen worden. Sie hätten alkoholisiert ein Pärchen angepöbelt und am Connewitzer Kreuz „White Power“ geschrien.

Die Band Frei.Wild kommt aus der Südtiroler Gemeinde Brixen und wurde wiederholt für angeblich rechtsextreme und nationalistische Texte kritisiert. Deshalb wurde die Gruppe mehrmals von Musikveranstaltungen wieder ausgeladen. Die Band selber bestreitet eine Nähe zu Rechtsextremen. 

luc/F.D.

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