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Mutmaßlicher Mörder vom "Bagger" in Leipzig-Thekla gefasst

36-Jähriger in Haft Mutmaßlicher Mörder vom "Bagger" in Leipzig-Thekla gefasst

Nach dem Fund von zwei zerstückelten Leichen im Naturbad "Bagger" in Leipzig-Thekla hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder gefasst. Es handelt sich um einen 36-jährigen Tunesier. Auch die beiden Todesopfer wurden inzwischen zweifelsfrei identifiziert.

Die Polizei sucht seit Tagen nach weiteren Leichenteilen im "Bagger". (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der bestialische Doppelmord von Leipzig-Thekla steht offenbar vor der Aufklärung. Die Polizei hat nach dem Fund von zwei zerstückelten Leichen im Naturbad „Bagger“ vor knapp einer Woche einen 36-jährigen Tunesier festgenommen. Er stehe unter dem dringenden Tatverdacht des zweifachen Mordes, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Das Amtsgericht Leipzig erließ bereits am Dienstag Haftbefehl gegen den Mann. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Tatverdächtige wohnte selbst im Leipziger Osten, die Spurensicherung nahm gestern Nachmittag auch seine Wohnung in der Hildegardstraße in Volkmarsdorf unter die Lupe.

Die Polizei durchsuchte am Mittwoch ein Gebäude in der Hildegardstraße.

Quelle: Kempner

Inzwischen wurden auch die beiden Toten in der Gerichtsmedizin offiziell identifiziert. Bei ihnen handelte es sich ebenfalls um Tunesier. Der Mann und die Frau lebten bereits seit mehreren Jahren in Leipzig. Zum Alter oder zum Wohnort des Paars äußerten sich die Behörden nicht. Dies begründeten die Ermittler damit, dass die im Ausland lebenden Angehörigen noch nicht benachrichtigt werden konnten.

Auch am Montag, 1. August 2016, suchte die Polizei am Bagger in Thekla weiter nach fehlenden Leichenteilen. Im Umfeld des beliebten Badegewässers kamen auch noch einmal Spürhunde zum Einsatz. Der See bleibt für Badegäste gesperrt. Fotos: André Kempner

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Mord aus religiösen Gründen?

Zu Wochenbeginn hatte die Polizei umfangreiche Spuren in einem Plattenbau in Leipzig-Volkmarsdorf gesichert, wo der Mord geschehen sein könnte. Das etwa 30 Jahre alte Paar soll dort zuletzt gewohnt haben. Nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung soll die Ehe der beiden Tunesier in der Familie aus religiösen Gründen nicht geduldet worden sein. Die beiden Muslime, die unterschiedlichen islamischen Richtungen angehört haben sollen, flohen dem Bericht zufolge bereits vor mehreren Jahren aus Angst vor den eigenen Verwandten nach Deutschland und beantragten Asyl. Offiziell bestätigt ist das bislang nicht.

Die Ermittlungen zum Motiv und zu den Hintergründen der Tat dauern laut Behördenangaben noch an. "Es gibt noch sehr viel Arbeit, vieles ist noch nicht klar", sagte Gerald Weigel, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber LVZ.de. Ob der Mörder alleine handelte oder eventuell Helfer hatte, um die Leichen zum See zu bringen, dazu wollte sich die Staatsanwaltschaft aus "ermittlungstaktischen Gründen" derzeit nicht äußern. Bereits vor einigen Tagen hatte es geheißen, dass der Baggersee wohl nicht der Tatort gewesen sei. Daher waren auch auffällige Fahrzeugbewegungen im Umfeld geprüft und zahlreiche Besucher der Finnlandsauna am See befragt worden. Kripobeamte drehten jeden Stein im Umfeld des Gewässers zweimal um.

Baggersee bleibt weiter gesperrt

Im „Bagger“, einem etwa vier Hektar großen Badesee im Leipziger Nordosten, hatten zwei Schwimmer am Donnerstag vergangener Woche die in einem Plastiksack verpackten Leichenteile der Frau gefunden. Noch am selben Tag fanden Polizeitaucher weitere Leichenteile, die von einem Mann stammten. Der See ist seitdem abgesperrt, Taucher suchten auch in den vergangenen Tagen nach noch fehlenden Leichenteilen. Zur Aufklärung der Bluttat gründete die Polizei die Soko „Bagger“. Der See bleibe vorerst gesperrt, sagte Oberstaatsanwalt Weigel. Über eine Freigabe werde "von Tag zu Tag" entschieden.

Inzwischen sind sich die Ermittler in einer anderen Sache so gut wie sicher: Ein Zusammenhang zum Mord an der 43-jährigen Portugiesin Maria D. besteht nicht. Ihre zerstückelte Leiche war Ende April im Leipziger Elsterbecken gefunden worden. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt.

Robert Nößler/luc

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