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Mutmaßlicher Zündler von Holzhausen ist Feuerwehrmann

Kameraden geschockt Mutmaßlicher Zündler von Holzhausen ist Feuerwehrmann

Der Feuerwehrmann Marco S. soll der Serienbrandstifter sein, der Leipzig-Holzhausen seit Monaten in Aufruhr versetzte. Zivile Einsatzkräfte nahmen den 18-Jährigen am Mittwoch in der Nähe des Tatorts fest. Kameraden der Wehr reagieren geschockt.

Feuerwehrleute beim Einsatz in Leipzig-Holzhausen. In der Nähe wurde Marco S. gefasst.

Quelle: Holger Baumgärtner

Leipzig. Der junge Mann mit der schicken Feuerwehruniform und dem Blumenstrauß wirkt ein bisschen stolz. Es ist der 28. Februar 2015, Jahreshauptversammlung bei der Freiwilligen Feuerwehr Holzhausen: Marco S. (18) wird an diesem Abend feierlich zum Feuerwehrmann befördert, ist damit ab sofort aktive Einsatzkraft. Was damals noch keiner ahnt: Der als zurückhaltend geltende junge Mann ist wahrscheinlich jener Serienbrandstifter, der seit Monaten den Ortsteil in Aufruhr versetzte.

Zivile Einsatzkräfte der Polizei nahmen Marco S. in der Nacht zu Mittwoch auf frischer Tat vorläufig fest. Die Beamten bemerkten gegen 0.20 Uhr, wie Flammen aus einem Gebäude im Bereich Kärrnerstraße/Walter-Markov-Ring schlugen. Von dem brennenden Holzbau, der als Werkstatt und Lagerraum diente, ging auch Gefahr für ein angrenzendes Wohnhaus aus. Durch die enorme Hitze rissen hier Scheiben. Die Beamten alarmierten die Feuerwehr und nahmen den 18-Jährigen in Tatortnähe fest.

Im Leipzig-Holzhausen ist in der Nacht zum Mittwoch erneut eine Laube in Flammen aufgegangen. Ein 18-jähriger Tatverdächtiger wurde auf frischer Tat geschnappt.

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In einer ersten Vernehmung habe Marco S. diese Brandstiftung gestanden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion gestern mit. Außerdem habe er eingeräumt, das Feuer am 10. Juni an einem Stall in der Stötteritzer Landstraße (die LVZ berichtete) gelegt zu haben. "Für weitere Tathandlungen von Ende Februar bis Ende März 2015 besteht gegen ihn der Anfangsverdacht, verschiedene Gebäude und in einem Fall Strohballen in Brand gesetzt zu haben", so die Ermittlungsbehörden. Deshalb wurde gestern gegen Marco S. Haftbefehl erlassen, seit dem Nachmittag sitzt er in Untersuchungshaft.

Insgesamt 35 Brandstiftungen in Holzhausen rechnet die Polizei dem Tatkomplex zu. Das an früheren Tatorten gesicherte Spurenmaterial soll nun abgeglichen werden, um den Verdächtigen möglicherweise auch der anderen Brände zu überführen. Schon vor Wochen bestand gegen Marco S. offenbar ein Anfangsverdacht. Deshalb soll er erkennungsdienstlich behandelt worden sein. Auch ein Gespräch mit der Polizei fand dem Vernehmen nach statt.

Die Kameraden der Feuerwehr Holzhausen, die allein im März fünf Löscheinsätze in fünf Tagen absolvieren mussten, sind schockiert, dass einer von ihnen hinter der Brandserie stecken soll. Marco S. war bei fast allen Einsätzen mit dabei, erweckte keinerlei Argwohn. "Er wirkte doch ganz normal", meinte gestern einer der Kameraden fassungslos. Doch womöglich ist Marco S. gar nicht jener etwas stille Teenager, den viele in ihm sahen. Sein Facebook-Profil legt etwa Verbindungen zur rechten Hooligan-Szene nahe.

Gleichwohl überwiegt die Erleichterung, dass der Spuk nun offenbar vorbei ist. "Wir danken der Polizei dafür, dass sie so lange drangeblieben ist, beharrlich und mit Erfolg die Brandserie aufgeklärt hat", sagte Achim Haas. Der Chef des CDU-Ortsverbandes war einer der Initiatoren der Initiative "Bürger für Holzhausen", die nächtliche Patrouillen organisierte. "Die Wochen mit den Bränden waren der reinste Horror.

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