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Nach Krawallen in Leipzig: Polizei will Strategie überdenken

Reaktionen Nach Krawallen in Leipzig: Polizei will Strategie überdenken

Nach den schweren Ausschreitungen am Freitagabend in Leipzig, fehlt bei den Ermittlungen noch der Durchbruch. Ein festgenommener mutmaßlicher Täter ist für die Beamten zumindest kein Unbekannter.

Am Bundesverwaltungsgericht haben Randalierer die Fensterscheiben eingeworfen.

Quelle: joka

Leipzig. Nach den schweren Ausschreitungen in Leipzig laufen die Ermittlungen der Polizei. Momentan gebe es noch keine neuen Erkenntnisse, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Die Randalierer sollen aus dem linken Spektrum kommen.

Ein mutmaßlicher Täter war festgenommen worden. „Er ist schon wegen anderer Delikte polizeibekannt“, sagte Behördensprecherin Maria Braunsdorf gegenüber LVZ.de. Den Angaben zufolge handelt es sich um einen 35-Jährigen. Er befindet sich wieder auf freiem Fuß. Weitere Verdächtige seien noch nicht ermittelt worden.

Unklar sei auch noch das Motiv. „Wir wissen noch nicht, ob es gegen das Stadtfest gerichtet war oder gegen den G7-Gipfel“, erklärte Braunsdorf. Ein Bekennerschreiben sei bislang nicht eingegangen. Der Staatsschutz habe den Fall übernommen und arbeite rund um die Uhr.

Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs. Rund 100 zum Teil vermummte Randalierer waren am Freitagabend durch die Innenstadt gezogen. Sie bauten Barrikaden, zündeten Pyrotechnik, warfen Steine auf die Scheiben des Bundesverwaltungsgericht und Molotowcocktails.

100 vermummte Randalierer haben am Freitagabend das Bundesverwaltungsgericht und weitere Einrichtungen in der Leipziger Innenstadt angegriffen. Noch am Samstagmorgen waren die Experten der Polizei mit der Spurensicherung befasst.

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„Leipzig hat in der Nacht zu Samstag erneut eine unfassbare Gewalt erleben müssen, eine Gewalt, die mit politischen Zielen nichts zu tun hat. Hier sind Kriminelle am Werk, die mittlerweile auch vor Gewalt gegen Personen nicht mehr zurückschrecken“, erklärt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Wir werden gemeinsam mit der Polizei vor Ort und dem Innenministerium über das Thema Polizeipräsenz reden müssen, auch das Thema Bereitschaftspolizei in Leipzig gehört auf die Tagesordnung.“

Zu Wort meldete sich auch Kommunalpolitische Vereinigung der CDU/CSU. „Wer den Deckmantel des Stadtfestes nutzt, um Leipziger Bürger und Einrichtungen mit Gewalt zu überziehen, zeigt ganz klar, nicht zu unserer Gesellschaft gehören zu wollen. Wer den Weg der Brutalität und Zerstörung zur Auseinandersetzung wählt, passt nicht nach Leipzig. Diese abscheuliche Gewalt müssen wir aus Leipzig verbannen“, sagte der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete, Thomas Feist.

„Das A&O ist die Präsenz“, sagt Polizeipräsident Bernd Merbitz. „Die dürfen überhaupt nicht zur Entfaltung kommen.“ Für das Wochenende sei die Polizei in der Stadt in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Danach überlege er eine Soko einzurichten, die sich mit der Aufklärung der Anschläge - die zu Jahresbeginn mit einer Attacke auf eine Polizeistation begannen - befasst. Die maskierten Angreifer entkamen danach meist unerkannt in der Dunkelheit. In Leipzig gibt es nach Einschätzung des Polizeichefs eine militante, gewaltbereite, linksextreme Szene. Für die sei es kein Problem, ein paar Hundert Leute zu einer sogenannten Spontandemo zu mobilisieren. Merbitz sagt: „Wenn wir Präsenz zeigen wollen, brauchen wir mehr Polizeikräfte.“

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verspricht Merbitz „volle Unterstützung bei der verstärkten Arbeit gegen Linksextremismus“. Die Gewaltausschreitungen seien alarmierend. „Die Polizeidirektion Leipzig wird sich die Reihe der Vorfälle genau anschauen. Wir müssen die Strategie bei der Arbeit gegen die linksextremistische Szene überdenken“, erklärt Ulbig. 

Matthias Roth/Birgit Zimmermann

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