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Nach Leichenfund in Plagwitz: Sohn der Toten gerät in den Fokus der Ermittler

Nach Leichenfund in Plagwitz: Sohn der Toten gerät in den Fokus der Ermittler

Neuer schlimmer Verdacht nach dem Fund einer mumifizierten Frauenleiche in der Erich-Zeigner-Allee: Womöglich steckt hinter dem Fall doch ein Tötungsdelikt. Im Fokus der Ermittler steht deshalb der Sohn der tot aufgefundenen 86-jährigen Rentnerin.

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Verfallenes Haus: In der ersten Etage des Gebäudes fanden Einsatzkräfte die Leiche.

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Eine möglicherweise bestehende strafrechtliche Verantwortlichkeit des Sohnes für den Tod der alten Dame wird geprüft", sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz gestern auf LVZ-Anfrage. "Die Lebensumstände sind schon sehr ungewöhnlich."

In dem verfallenen Lindenauer Einfamilienhaus wohnte die 86-jährige Anni D. gemeinsam mit ihrem Sohn Frank F. (50), einem rechtsextremen Eigenbrötler. Seitdem der Leichnam der Seniorin am vorigen Mittwoch in der ersten Etage des nahezu verbarrikadierten Gebäudes aufgefunden wurde, fragen sich die Ermittler: Lebte ihr Sohn womöglich monatelang mit seiner toten Mutter unter einem Dach (die LVZ berichtete)? Nach wie vor wird dies nicht ausgeschlossen.

Und mehr noch: Im Zuge der Ermittlungen soll auch geprüft werden, inwieweit die hochbetagte Frau möglicherweise pflegebedürftig war und ob sie in dem Fall ausreichend betreut wurde. Falls nicht, könnte unter Umständen der Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen erhoben werden, wenn Versäumnisse wie etwa mangelhafte Versorgung mit Essen und Flüssigkeit zum Tod geführt haben. "Bislang gibt es dafür aber noch keine konkreten Hinweise", so Schulz.

Allerdings sei die Todesursache auch nach der Obduktion in der Rechtsmedizin weiterhin völlig unklar. Zumindest könne aber ausgeschlossen werden, dass Anni D. Opfer einer Gewaltstraftat wurde. "Der Leichnam wies keine Spuren auf, die auf äußere Gewalteinwirkung schließen lassen", sagte der Oberstaatsanwalt. Nicht eingrenzen können die Rechtsmediziner den Todeszeitpunkt. Aufgrund des Zustands der Leiche war die Kripo bisher davon ausgegangen, dass die tote Frau mindestens sechs Monate in dem Haus lag.

Wo Frank F. in dieser Zeit wohnte, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Er war am 27. September wegen Stalkings festgenommen worden, kam aufgrund eines offenen Haftbefehls wegen einer politisch motivierten Straftat hinter Gitter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.10.2013

Frank Döring

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