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Polizeiticker Leipzig Nach Messerstecherei im Park: 20-Jähriger beschuldigt Angeklagten
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Nach Messerstecherei im Park: 20-Jähriger beschuldigt Angeklagten
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16:53 12.04.2018
Kurz vor Prozessbeginn am Landgericht Leipzig: der Angeklagte Saber M. mit seiner Verteidigerin Rita Belter. Quelle: Foto: Christian Modla
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Leipzig

Eine Auseinandersetzung um zehn Euro hätte ihn fast das Leben gekostet. Am 22. August 2017 wurde ein Tunesier (20), der auf einer Parkbank nahe der Leipziger Eisenbahnstraße ein Brötchen aß, von einem Trio angegriffen und erpresst. Einer der Männer stach dem Tunesier, der kein Geld hatte, ein Messer in die Brust. Von diesem Szenario geht die Staatsanwaltschaft aus. Sie hält den Algerier Saber M. (27) für den Messerstecher und klagte ihn vor dem Landgericht an. Am Donnerstag begann der Prozess, der noch bis 17. Mai läuft.

„Ich habe viel Blut verloren“, schilderte der damals Schwerverletzte nun vor Gericht. Seinen Worten zufolge konnte er flüchten, zwei Iraker halfen ihm und versorgten die Wunde. Seine Schwägerin rief schließlich einen Rettungswagen, er kam in eine Klinik. „Ich war zeitweise ohnmächtig.“

Anklage zunächst wegen versuchten Totschlags

Wie Staatsanwalt Ralph Hornig sagte, überlebte der Geschädigte dank einer Not-OP. Der Angeklagte habe das Opfer „in die Gefahr des Todes gebracht“. Die Staatsanwaltschaft warf Saber M. ursprünglich versuchten Totschlag vor. Doch die zuständige Schwurgerichtskammer ließ diese Anklage nicht zu, weil nicht mit Tötungsabsicht gehandelt worden sei. Saber M. steht nunmehr wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer räuberischer Erpressung vor dem Landgericht.

Zwei Monate nach der Messerstecherei war er festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt wolle er sich, so seine Verteidigerin Rita Belter, zunächst nicht äußern. Die beiden Mittäter sind untergetaucht.

Widersprüchliche Angaben des Opfers

Das Opfer machte am Donnerstag teils widersprüchliche Angaben. Zunächst sagte der 20-Jährige: „Der Angeklagte hat mit der Sache nichts zu tun.“ Nachdem ihm der Vorsitzende Richter Jens Kaden allerdings seine bisherigen Aussagen während des Ermittlungsverfahrens vorhielt, bezichtigte er schließlich Saber M.: „Er sitzt auf der Anklagebank, weil er auf mich eingestochen hat.“

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte der Bruder des Geschädigten im sozialen Netzwerk Facebook zwei der drei Tatverdächtigen ermittelt.

Inzwischen forderten Angehörige des Angeklagten das Opfer auf zu verzeihen. Der Messerstecher hätte unter Drogeneinfluss nicht gewusst, was er tut. Zudem habe er eine schwangere Freundin und wolle aus der Haft entlassen werden.

Von Sabine Kreuz

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