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Nach Online-Flirt: Vereinbartes Treffen in Leipzig endet mit Fiasko

Prozess um schweren Raub Nach Online-Flirt: Vereinbartes Treffen in Leipzig endet mit Fiasko

Zwei Wochen flirtete er via Internet mit „Jessy“. Nach dem Liebesgeflüster auf einer Online-Plattform schlug sie einen Treff in Leipzig vor. Dort wurde der Paketzusteller (39) aber beraubt und schwer misshandelt. Er schwebte in Lebensgefahr. Am Montag begann am Landgericht Leipzig der Prozess gegen das mutmaßliche Täter-Trio.

Ein Fall fürs Landgericht: Das dramatische Ende eines Treffens, das auf einer Online-Flirt-Plattform vereinbart wurde.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zwei Wochen flirtete er via Internet mit „Jessy“. Nach dem Liebesgeflüster auf einer Online-Plattform schlug sie, angeblich 35, für den 5. November 2016 einen nächtlichen Treff unweit der Galopprennbahn vor. Dort allerdings wurde der Leipziger beraubt und so schwer misshandelt, dass er das Bewusstsein verlor. Der 39-jährige Paketzusteller schwebte in Lebensgefahr.

Ein halbes Jahr nach der brutalen Attacke auf dem Rennbahnweg begann am Montag vor dem Landgericht Leipzig der Prozess gegen das mutmaßliche Täter-Trio aus dem Raum Borna. Vorwurf: besonders schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll die angeklagte Frau zwei Männer angeheuert haben. Sie hätten das Opfer „auf ihre Anweisung geschlagen und getreten“, sagte gestern Staatsanwalt Eike Gildemeister. Hinter „Jessy“ steckte nämlich die 44 Jahre alte Ex-Partnerin des Geschädigten. Etwa vier Wochen vor dem Überfall hatte der Paketzusteller nach einer einjährigen Beziehung Schluss mit Kati M. gemacht.

Sowohl die Angestellte als auch die beiden Mitangeklagten wiesen die Vorwürfe zurück. Das Wort ergriffen jeweils ihre Verteidiger. Demnach war Kati M. der Meinung, dass ihr der Ex-Freund noch 200 Euro schulde. Bei dem Treffen habe sie der Mitangeklagte Marcel R. (38, Schweißer) „nur moralisch unterstützen sollen, nicht tätlich“. Marcel R. wiederum habe seinen Kumpel Silvio P. (37, Mechaniker) mitgebracht. Am Tatort will Kati M. im Auto gewartet haben. Aber auch die beiden beschuldigten Männer, so die jeweilige Erklärung der Verteidigung, wollen gar nicht erst ausgestiegen sein. Nach deren Version sei einzig Kati M. zum Treffpunkt gelaufen. Dort allerdings habe sie ihren Ex-Freund nicht getroffen, nur seine offenbar verlorene Geldbörse neben dem Pkw gefunden.

Der Paketzusteller wiederum hat seine Peiniger nicht erkannt. „An dem Abend liefen zwei Männer an mir vorbei, plötzlich bekam ich einen Schlag auf den Hinterkopf und bin umgefallen, dann spürte ich Tritte und war weg“, schilderte er. Der 39-Jährige kam erst im Krankenhaus wieder zu sich. Nach Aktenlage hatten zwei Passanten die Polizei gerufen. Er hatte viele Riss- und Quetschwunden. Beide Augen waren blutunterlaufen, zudem der linke Augenhöhlenboden zertrümmert.

Der Geschädigte leidet massiv unter den Folgen der Tat, nimmt deshalb auch die psychosoziale Prozessbegleitung der Opferhilfe Sachsen in Anspruch. „Mein Leben hat sich total geändert. Ich ziehe mich zurück“, so der Mann, dessen Anhörung vor Gericht mehrfach unterbrochen werden musste. Der Prozess läuft noch bis 16. Juni.

Von Sabine Kreuz

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