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Nach Schießerei in Leipzig-Reudnitz: Spuren führen ins Drogenmilieu – Opfer will aussagen

Nach Schießerei in Leipzig-Reudnitz: Spuren führen ins Drogenmilieu – Opfer will aussagen

Nach den Schüssen auf einen 26 Jahre alten Türken im Leipziger Stadtteil in Reudnitz fehlt der Polizei noch der entscheidende Durchbruch. Das schwer verletzte Opfer will sich am Freitag voraussichtlich im Krankenhaus gegenüber den Ermittlern äußern.

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Ermittler verfolgen Spur ins Drogenmilieu: Nach den Schüssen auf einen 26-Jährigen in Leipzig-Reudnitz laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Am Tag zuvor habe er sich dazu gesundheitlich noch nicht in der Lage gefühlt, so die Beamten.

Der Mann war am Mittwochabend vor seinem Wohnhaus in der Göschenstraße von zwei unbekannten Männern mit gezielten Schüssen in die Beine niedergestreckt worden. Die Täter entkamen unerkannt. Zeugen beschreiben einen der Verdächtigen als 25 bis 35 Jahre alt. „Weitere Erkenntnisse liegen uns zunächst nicht vor“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt.

Ermittler werten Diskokrieg-Akten aus

Für die Ermittler beginnt jetzt die Kleinarbeit: „Wir werten Spuren aus und beschäftigen uns mit den Befragungen von Anwohnern und Familienmitgliedern“, so Voigt. Auch die eingesammelten Projektile könnten Hinweise zum Schützen geben. Die Laboruntersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Szenekenner sehen den Schlüssel für die Tat in der Drogenszene. „Auch in diesem Bereich ermitteln wir“, berichtete Voigt. Die Kriminalisten beschäftigten sich dabei auch mit den Erkenntnissen aus dem Diskokrieg aus dem Jahr 2008. Damals kämpften deutsche Türsteher und eine Gruppe von Migranten um die Vorherrschaft beim Einlass in Diskotheken. Hintergrund ist die Kontrolle des Drogenhandels. In der Szene gilt der Grundsatz: „Wer die Tür macht, macht auch die Drogengeschäfte“.

Auf dem Höhepunkt des Diskokriegs kam 2008 bei einer Schießerei ein 28 Jahre alter Besuch durch einen Schuss ums Leben. Der Verantwortliche ist bis heute nicht gefasst. Die Beteiligten gelten als extrem verschwiegen.

Polizeisprecher: „Spezialkräfte sind vorbereitet“

Vor diesem Hintergrund erwarten die Ermittler von den möglichen Aussagen des Opfers aus Reudnitz noch nicht den entscheidenden Durchbruch. Zumal von Beobachtern die gezielten Schüsse in die Beine des Mannes eher als Warnung, denn als Tötungsversuch gewertet werden.

Die beiden Tatverdächtigen vom Mittwoch werden von der Polizei nach wie vor als gefährlich eingestuft. „Sie haben eine scharfe Waffe bei sich und setzen sie ein“, erklärte der Polizeisprecher. Ob sie sich noch in Leipzig aufhalten oder in einer anderen Stadt untergetaucht sind, ist unklar. Die Ermittler richten sich auf alle Szenarien ein: „Unsere Spezialkräfte sind vorbereitet“, so Voigt.

Matthias Roth

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