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Nach Tod des Vaters: Leipziger unter Verdacht

Ermittlungsverfahren Nach Tod des Vaters: Leipziger unter Verdacht

Eher zufällig nahm die Bundespolizei vor knapp sieben Wochen einen Leipziger fest, der eines Tötungsverbrechens beschuldigt wird. Der per Haftbefehl gesuchte Mann hatte sich beim Diebstahl in einem Geschäft in den Promenaden erwischen lassen (die LVZ berichtete).

Quelle: André Kempner

Leipzig. Eher zufällig nahm die Bundespolizei vor knapp sieben Wochen einen Leipziger fest, der eines Tötungsverbrechens beschuldigt wird. Der per Haftbefehl gesuchte Mann hatte sich beim Diebstahl in einem Geschäft in den Promenaden erwischen lassen (die LVZ berichtete).

Wochenlang hüllten sich die Behörden zu den Hintergründen des Falles in Schweigen. Jetzt kam heraus: Gegen den 40-Jährigen wird ermittelt, weil er womöglich seinen eigenen Vater (67) schwerverletzt sterben ließ.

„Die Staatsanwaltschaft führt gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Tatvorwurfs des Totschlags durch Unterlassen", teilte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz auf Anfrage der LVZ mit. Allerdings sind die Umstände des tragischen Todesfalls gegenwärtig noch etwas unklar. Wie der Behördensprecher informierte, habe der Vater des Beschuldigten erhebliche Kopf- und Gesichtsverletzungen mit Brüchen erlitten, die zu einer lebensbedrohlichen Situation führten. Auf welche Art und Weise diese Verletzungen zustande kamen, sei bisher jedoch noch nicht eindeutig festzustellen gewesen.

Allerdings gehen die Ermittler davon aus, dass der beschuldigte 40-Jährige erkannte, dass sich sein Vater in Lebensgefahr befindet. Trotzdem habe er keinen Arzt verständigt. „Das Herbeirufen eines Arztes hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Tod des alten Mannes verhindert", sagte Schulz. Der Vater sei schließlich tot in seiner Wohnung im Leipziger Westen gefunden worden, in der er gemeinsam mit seinem Sohn wohnte.

Am 2. April erließ der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags. Die Staatsanwaltschaft sah hier vor allem Fluchtgefahr. Und tatsächlich: Gut zwei Wochen war der Beschuldigte untergetaucht und für die Behörden nicht auffindbar.

Erst durch einen banalen Ladendiebstahl tauchte der gesuchte Mann wieder auf dem Radar der Ermittler auf. Nach der Festnahme am 17. April durch die Bundespolizei am Hauptbahnhof wurde der Tatverdächtige dem Bereitschaftsrichter vorgeführt. Am 18. April kam er in Untersuchungshaft. Mittlerweile setzte der zuständige Ermittlungsrichter den Haftbefehl gegen Auflagen wieder außer Vollzug, so Schulz.

In Vernehmungen habe sich der Tatverdächtige zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen eingelassen. „Eine nähere Auskunft hierzu ist nicht möglich", erklärte der Oberstaatsanwalt. „Die Umstände, die Art und Weise und der Zeitpunkt der erlittenen Verletzungen sind ebenso Gegenstand der laufenden Ermittlungen wie auch das Verhalten des Beschuldigten."

Frank Döring

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