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Nach Tod einer Patientin - Freispruch für Arzt am Leipziger Amtsgericht

Nach Tod einer Patientin - Freispruch für Arzt am Leipziger Amtsgericht

Der Tod einer 73-jährigen Patientin des Leipziger Krankenhauses St. Elisabeth 2010 ist nach Ansicht des Amtsgerichtes auf "eine Verkettung tragischer Umstände" zurückzuführen.

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Quelle: dpa

Leipzig. "Es sind Dinge passiert, die nicht passieren dürfen", sagte Richter Marcus Pirk. Doch sie könnten dem Angeklagten nicht angelastet werden. Er wurde freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Arzt (54) zunächst die Fehlbehandlung einer Patientin, die am 8. Februar 2010 nach einem Sturz eingeliefert wurde, vorgeworfen. Aufgrund verschiedener Symptome wie Luftnot hatte er eine Lungenembolie diagnostiziert und den Blutverdünner Heparin verabreicht. "Ein dramatischer Fehler", so der Richter. Denn tatsächlich litt die Frau unter inneren Blutungen, die durch das Medikament noch schlimmer wurden.

Hinzu kam, dass die Patientin aus Platznot nicht sofort auf die Intensivstation (ITS) verlegt werden konnte. Eine Not-OP verlief zwar erfolgreich, es kam jedoch zu weiteren Blutungen und Komplikationen. Nach einer Lungenentzündung starb die Frau am 4. Mai. Die Anklagebehörde begründete ihren Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung zunächst damit, dass sich der Arzt nicht über die Blutwerte informiert habe. Die Befunde zum Hämoglobin hätten ihm eine innere Blutung signalisieren müssen. Wie es am Montag hieß, existierten damals aber Fehler im Computersystem. Dem Arzt sei suggeriert worden, dass es binnen 15 Stunden zwei Blutentnahmen gab und sich die Werte nicht verändert hätten.

Möglicherweise habe es sich um ein- und dieselbe Blutprobe gehandelt, sagte ein weiterer Mediziner aus der Klinik: "Einen solchen Fehler im Laborsystem habe ich noch nie erlebt." Offenbar war der Wert im Zusammenhang mit einem anderen Befund (Urin) rückdatiert worden. Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung plädierten auf Freispruch. Der Angeklagte versicherte, dass "diese Form des Fehlers" ausgeräumt wurde und auch die ITS jetzt über zehn Betten mehr verfüge.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2013

Sabine Kreuz

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