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Polizeiticker Leipzig Nach Tod eines Jungen im Pool: Unister aus Leipzig streicht Fuerteventura-Hotel als Reiseziel
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Nach Tod eines Jungen im Pool: Unister aus Leipzig streicht Fuerteventura-Hotel als Reiseziel
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11:13 18.10.2011
Eine Reise nach Fuertaventura endete für eine Familie aus Hessen tragisch. Ihr Sohn ertrank im Hotelpool. Quelle: dpa
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Fuerteventura/Leipzig

Die zum Leipziger Unternehmen Unister gehörende Plattform will das Hotel nicht mehr anbieten und appellierte am Dienstag per Mail an 38 weitere Veranstalter, das Hotel aus dem Programm zu nehmen.

Es dauere ein paar Tage, bis das Hotel aus allen Portalen der Unister Holding GmbH gestrichen sei, sagte Unternehmenssprecher Konstantin Korosides auf Anfrage von LVZ-Online. "Da geht es um Schnittstellen. Wir prüfen gerade die technischen Möglichkeiten." Zum Unternehmen Unister gehören weitere Reiseportale wie ab-in-den-urlaub.de oder reisen.de, auf die laut Unister monatlich insgesamt rund sechs Millionen Nutzer zugreifen.

Fünf Reiseveranstalter hätten am Nachmittag bereits positiv auf den schriftlichen Appell aus Leipzig reagiert, das Unglücks-Hotel Sunrise Monica Beach in der Ortschaft Costa Calma aus dem Programm zu nehmen. Die Bild-Zeitung und der TV-Sender RTL berichteten zuvor, dass ein defektes Rohr zum Austausch des Wassers das Kind an der Brust angesaugt habe. Der achtjährige Lucas sei ein guter Schwimmer gewesen, hieß es weiter. Zunächst habe ein Mann versucht, Lucas zu retten. Erst als ein weiterer Gast ihm geholfen habe, habe der Junge aus dem Wasser gezogen werden können.

Qualitäts-Checks in den Hotels vor Ort würden quartalsweise stattfinden, in der Regel durch eine Agentur, erklärte Unister am Dienstag. Dabei gehe es vor allem um offensichtliche Mängel. "Natürlich sind wir nicht der TÜV, und wir haben eben auch keinen Taucher im Hotelbecken", sagte Korosides.

Eine Sprecherin des Hotels Sunrise Monica Beach in der Ortschaft Costa Calma sagte, der Junge aus Hessen sei am Donnerstagnachmittag ertrunken. Weitere Angaben zu dem Fall machte sie nicht. Die Polizei in dem spanischen Urlaubsort wollte ebenfalls keine Auskünfte erteilen, da inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei.

Tödliche Unfälle in Hotelpools passieren immer wieder. Im Juli war ein 13 Jahre altes Mädchen aus Deutschland in einem nicht zugelassenen Swimmingpool eines Hotels in Bulgarien tödlich verunglückt. Die hohen Sicherheitsstandards, die in Deutschland üblich seien, könne niemand international garantieren, hieß es bei Unister. "Aber wir fühlen uns in der Pflicht, wir wollen ein Zeichen setzen und hoffen, dass die anderen Reiseveranstalter mitziehen", so Korosides.

dpa / Evelyn ter Vehn

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