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Polizeiticker Leipzig Nach Überfall in Leipziger Bäckerei: Opfer verzeiht Täter
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Nach Überfall in Leipziger Bäckerei: Opfer verzeiht Täter
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19:46 03.04.2018
Verhandlungssaal im Landgericht Leipzig. Quelle: dpa
Leipzig

Mit einem so frühen Dienstbeginn in einer Bäckerei hatten die Diebe nicht gerechnet. Als sie am 6. Juni 2017 in der Zweinaundorfer Straße gegen zwei Uhr vom gerade eintreffenden Chef und seinem Team überrascht wurden, eskalierte die Situation. Einer der Täter schlug auf einen Angestellten (62) ein, der dabei schwerste Kopfverletzungen erlitt. Am Dienstag musste sich der Schläger vor dem Leipziger Landgericht verantworten – und kam mit einer milden Strafe davon.

Laut Staatsanwältin Anett Schneider hatten die beiden Einbrecher bereits 335 Euro sowie eine Stabtaschenlampe erbeutet und wollten sich aus dem Staub machen. Als zwei Angestellte einen der Täter im Hausflur noch packen konnten, schlug dessen Komplize mit der Taschenlampe zu. Das Duo entkam.

Mittäter bislang nicht identifiziert

Der Komplize – Elnur A. (26) – konnte wenig später jedoch ermittelt werden und saß ab 16. Juni zunächst für drei Wochen in Untersuchungshaft. Der zweite Täter ist bislang nicht identifiziert. Den Namen wollte Elnur A. auch vor Gericht nicht preisgeben. „Er möchte keine Repressalien erleiden“, sagte sein Verteidiger Curt-Matthias Engel zur Begründung.

Ansonsten gab sich sein vorbestrafter Mandant, der aus Aserbaidschan stammt und mit seiner Familie bereits seit 16 Jahren in Deutschland lebt, geläutert. Noch im Gefängnis schrieb er einen Entschuldigungsbrief an den Betroffenen, der eine sechs Zentimeter lange Platzwunde am Kopf und einen Augenhöhlenbruch erlitten hatte. „Mein Verhalten war und ist durch nichts zu rechtfertigen“, hieß es darin.

5000 Euro Schmerzensgeld

In jener Nacht hatten sich Elnur A. und ein Kumpel „durch berauschende Mittel in Stimmung gebracht“, sagte Verteidiger Engel. „Dann fehlte ihnen Geld. Der Einbruch war keine geplante Tat.“

Dem Brief folgte bei einem außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleich die Übergabe von 3000 Euro Schmerzensgeld an den 62-Jährigen. Zudem erklärte der Angeklagte, der als Barkeeper arbeitet, die Zahlung von weiteren 2000 Euro zu. Das Opfer nahm die Entschuldigung an. „Wir haben uns ausgesprochen.“ Allerdings leidet der Mann noch immer unter Schmerzen und einem Taubheitsgefühl. Eine OP hatte er wegen möglicher Folgen abgelehnt.

Die 5. Strafkammer verhängte letztlich – wie von Staatsanwältin und Verteidiger beantragt – wegen Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung 20 Monate Haft auf Bewährung.

Von Sabine Kreuz

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