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Nach Unfall mit Rüpel-Radler: "Ich habe als Fußgänger regelrecht Angst"

Nach Unfall mit Rüpel-Radler: "Ich habe als Fußgänger regelrecht Angst"

Juliane H. (*) kann sich nur noch an ein weißes Schutzblech mit großem Rücklicht erinnern. "Es ging alles so schnell", sagt sie. "Ich fuhr mit meinem Rad auf dem Brühl zur Hainstraße, wollte an der Einmündung gerade absteigen.

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Die Polizei ermittelt gegen einen Rüpel-Radler. (Symbolfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. In diesem Moment kam der Radfahrer aus der Hainstraße." Der Unbekannte missachtete die Vorfahrt der Frau, erfasst sie und raste ungerührt weiter. Juliane H. brach sich bei dem Unfall den rechten Arm, ihr Gesicht ist übersät mit zahlreichen Prellungen. Die Polizei ermittelt gegen den Rüpel-Radler wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung.

In den Fußgängerzonen der Innenstadt - Grimmaische Straße, Petersstraße, Hainstraße und Nikolaistraße - gilt seit 2009 ein Radfahrverbot zwischen 11 und 20 Uhr. Dennoch kommt es immer wieder zu haarigen Situationen. Der schwere Unfall von Juliane H. am 23. Mai gegen 18.30 Uhr ist keineswegs ein Einzelfall. Gerade mal fünf Tage später fuhr ein Radfahrer einen Passanten um und verletzte ihn schwer: Mit hohem Tempo umkurvte der 28-Jährige in der Nikolaistraße mehrere Fußgänger, stieß schließlich mit einem entgegenkommenden Mann zusammen. Der 63-Jährige zog sich schwere Verletzungen an Arm und Schulter zu, musste stationär in ein Krankenhaus.

Mit den äußeren Verletzungen ist es für die Opfer meist nicht getan. Juliane H. hat seit dem Unfall ein mulmiges Gefühl, wenn sie in der Innenstadt Wege zu erledigen hat. "Ich habe als Fußgänger regelrecht Angst, wenn ich dort unterwegs bin" sagt sie. "Nach meinem Eindruck wird die Einhaltung des Fahrverbots auch nicht mehr so streng kontrolliert wie am Anfang."

In der Tat sind die Zeiten, da Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei zu gemeinsamen Patrouillen aufbrachen, lange her. Als im September 2009 bei einer konzertierten Aktion innerhalb von nur vier Tagen 254 Verstöße gegen das Radfahrverbot festgestellt wurden, kündigte das Rathaus "weitere gemeinsame Kontrollen" an. Mittlerweile fühlt sich die Stadt gar nicht mehr zuständig, will sich zum Thema Radfahrverbot auch nicht äußern. So fragte die LVZ im Rathaus an, wie sich aus Sicht der Stadtverwaltung die Akzeptanz für die Radfahrverbote seit deren Einführung entwickelt hat. Abschlägige Antwort: "Für die Kontrolle der Radfahrer (fließender Verkehr) und alle Fragen, die damit in Zusammenhang stehen, ist die Polizei zuständig."

Dort kümmert sich vorrangig die neue Fahrradstaffel um die innerstädtischen Kampfradler. "Die Kontrollen, die an festen Standorten, aber auch als mobile Kontrollen durchgeführt werden, sind fester Bestandteil der täglichen Dienstplanung, werden regelmäßig in die täglichen Aufgaben der Fahrradstaffel eingebunden", berichtet Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Allerdings gebe es auch fest vorgeplante Kontrollen, das nächste Mal beispielsweise am 17. Juli. "Je nach Auftragslage kontrollieren auch die Kollegen des Reviers Zentrum das Fahrverbot in der Innenstadt", so Braunsdorf, "allerdings haben Einsätze aufgrund begangener Straftaten Vorrang."

Allein von Februar bis April absolvierten die radelnden Beamten sowie Kollegen der Verkehrspolizeiinspektion 680 Anhaltekontrollen - überwiegend im innerstädtischen Bereich, wobei für die vielbeschäftigten Beamten laut Braunsdorf auch Rotlichtverstöße, Parkverstöße von Autos auf Radwegen und ähnliche Fälle dazu zählen. Dabei seien 652 Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt worden.

Wie viele Radfahrer beim Rasen durch die Fußgängerzone erwischt werden, weiß aber offenbar niemand: "Zum Thema Verstöße gegen das Fahrverbot in den Fußgängerzonen", teilte die Polizei mit, "gibt es keine Einzelstatistik." (*Name geändert)

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.06.2014

Frank Döring

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