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Nach dem Tod eines zweijährigen Kindes in Leipzig-Gohlis: Strafbefehl gegen Sozialarbeiter

Nach dem Tod eines zweijährigen Kindes in Leipzig-Gohlis: Strafbefehl gegen Sozialarbeiter

Der Tod des zweijährigen Kindes einer drogenabhängigen Mutter in Leipzig-Gohlis hätte verhindert werden können. Zu diesem Schluss kommt die Staatsanwaltschaft im Ergebnis ihrer Ermittlungen.

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Das Haus in dem die Mutter und ihr Sohn tot aufgefunden wurden.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Auf Antrag der Behörde erließ das Amtsgericht Leipzig jetzt einen Strafbefehl über eine Geldstrafe gegen den zuständigen Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) der Stadt. Ermittlungen gegen den damaligen Jugendamtsleiter Siegfried Haller wurden eingestellt.

Fahrlässige Tötung durch Unterlassen lautet der Vorwurf gegen den ASD-Mitarbeiter. Er habe versäumt, einen Kontrollvertrag mit der Mutter abzuschließen, „denn darüber wäre gewährleistet gewesen, dass sich die Mutter regelmäßig meldet“, so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Donnerstag gegenüber LVZ-Online. Auch sei versäumt worden, das Kind in die Obhut einer Tagesmutter zu geben.

Die drogenabhängige Mutter des Kindes war im Juni 2012 an den Folgen ihres Betäubungsmittelkonsums gestorben. Der Zweijährige blieb mehrere Tage unentdeckt in der Wohnung und verdurstete schließlich. „Wir sind der Meinung, dass die Gefährdung des Kindes vorhersehbar und sein Tod vermeidbar gewesen wäre“, sagte Schulz.

Der Sozialarbeiter sei seit November 2011 für die Kleinfamilie zuständig gewesen. Im Frühjahr 2012 habe es wiederholt Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung gegeben. Die Mutter des Jungen hatte nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ein Substitutionsprogramm eigenmächtig abgebrochen und wiederholt Drogen konsumiert.

Rund ein Jahr lang ermittelte die Anklagebehörde. „Das Amtsgericht muss nun einen Termin für eine Verhandlung ansetzen“, sagte Schulz. Der Grund: Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig, weil der angeklagte ASD-Mitarbeiter Einspruch eingelegt hat.

Ermittlungen gegen OBM Jung und Ex-ASD-Leiterin eingestellt

Anzeigen aus dem familiären Umfeld und der Bevölkerung hatte es auch gegen den damaligen Jugendamtsleiter Siegfried Haller, die damalige ASD-Leiterin Sybill Radig und Oberbürgermeister Burkhard Jung gegeben. Diese Ermittlungsverfahren wurden eingestellt. Ein „strafrechtlich relevanter Pflichtverstoß insbesondere in Form eines Organisationsverschuldens“ habe nicht festgestellt werden können. Ein Anzeigeerstatter hat gegen die Einstellungsverfügung Beschwerde eingelegt. „Das muss jetzt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden prüfen“, so Schulz.

Evelyn ter Vehn

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